15+ Studien aus 2010 zu TV-Serien, Fernsehen, Politik, Ärzten, Konsum und so

Gepostet von Seba Canel am 01.11.2010

Welche Auswirkungen hat Spinatfresser Popeye auf Kinder? Welche Fernsehserien schauen politisch ambitionierte Menschen? Welche Auswirkungen haben Arztserien auf uns Zuschauer? Kann man bei Dr. House, Greys Anatomy und Emergency Room Medizin fürs Leben lernen?

Das vergangene (und noch laufende) Jahr wieder voller skuriller, interessanter oder schmunzelswerter Studien. Wissenschaftler sind genau diesen und einigen weiteren Fragen nachgegangen und haben der Wahrheit auf den Zahn gefühlt. Mit dem einen oder anderen vielleicht überraschenden Ergebnis.

Aber wie immer gilt auch hier: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Hier sind neun Studien aus dem vergangenen Jahr, samt seiner Ergebnisse. Den Anfang macht eine eher, naja, sagen wir mal einfältige und langweilige Studie ..

1.) Die beliebtesten deutschen Fernsehserien
Im Auftrag von “Auf einen Blick” wollte Emnid wissen: Welche ist Eure liebste deutsche Fernsehserie? Das Ergebnis bei der Zielgruppe Ü-40: “Derrick” auf Platz eins, gefolgt von der RTL-Serie Alarm für Cobra 11 und der Schwarzwaldklinik.


(Youtube)

Beim jüngeren Zielpublikum sind es ebenso diese drei Serien, die auf den ersten Plätzen rangieren. Nur in anderer Konstellation. Da ist die Cobra 11 auf Platz 1, gefolgt von der Schwarzwaldklinik und Derrick. (Studie)

2.) Arztserien sind gefährlich
So makaber es auch klingen mag, aber Arztserien sollen laut einer Studie gefährlich sein. Und das Problem ist schnell beschrieben. Was Ärzteserien uns vorgaukeln, stimmt meist nicht.

In Fernsehserien wie Greys Anatomy oder Dr. House erklären uns die Ärzte sehr genau, was sie in dem jeweiligen Fall eines zugrunde liegenenden Patienten gerade machen. Allerdings sind diese “Fernseh-Erste-Hilfen” alles andere als hilfreich und lebensrettend. Würden wir Zuschauer bei einem Epileptiker der gerade einen Anfall hat, so zur Hilfe eilen, wie es Gregory House in der gleichnamigen US-serie macht, so würde dieser kurz drauf sterben. (Artikel)

3.) Kinder essen mehr Gemüse
Eltern sollten Ihre Kinder Popeye sehen lassen. Wissenschaftler der Mahidol University in Bangkok haben herausgefunden, dass dies das Essverhalten der jungen Zöglinge beeinflusst.

So haben die kleinen Racker umso mehr Gemüse gefuttert, nachdem Sie gesehen haben “wie stark Popeye” wird, wenn er sich wieder eine Dose Spinat reinpfeifft.

Auch haben Kids, die Popeye sehen, im Laufe Ihres Lebens ein grösseres Interesse daran, sich gesund zu ernähren und Ihr eigenes Gemüse anzubauen, so das Studienergebnis. (studie)

4.) Politik: Grüne lieben “Die Simpsons”, Gelbe “Dr. House”
Die “Markt-Media-Studie Communications Networks 14.0″ des Focus hat herausgefunden, welche Serien-Vorlieben politisch ambitionierte haben. Eins waren Sie sich alle bei Günther Jauch. Alle lieben dessen Format “Wer wird Millionär”. Aber wie Politiker nunmal so sind, trifft diese Übereinstimmung oftmals auch nicht zu. So schauen SPD und FDP Anhänger lieber Dr. House, während Grüne und Rechte mehr auf die Simpsons fixiert sind. (Studie)


(via verena)

5.) Welchen Einfluss haben Arztserien auf Medizinstudenten?
Drüben bei Thieme wurde im Frühjahr des Jahres ein recht ausführlicher, aufschlussreicher und interessanter Artikel zum Thema “Arztserien” veröffentlicht, der versucht zu erklären, wie Fernsehserien das Arzt Image beeinflussen und ob Medizin Studenten was bei den fiktiven Arrangements lernen können. (Artikel)

Interessant auch: Seit Beginn des Wintersemesters 2008/2009 genießen die Marburger Medizinstudenten eine innovative Form der Lehre: Die “Dr. House-Vorlesungen”. Initiator dieser ungewöhnlichen Unterrichtsform, einer Mischung aus Film und Vorlesung, ist Prof. Dr. Jürgen Schäfer. (Link)

6.) Arztserien schüren Angst vor schweren Erkankungen
Die Kommunikationswissenschaftlerin Yinjiao Ye von der University of Rhode Island analysierte insgesamt 274 Studenten mit einem Durchschnittsalter von 20 Jahren. Befragt wurden diese nach Ihrem Fernsehverhalten, sowie Ihrer Lebenszufriedenheit. Das Ergebnis: Studenten, die oft und viele Artzserien verfolgen, machen sich grössere Sorgen und überschätzen das Risiko eines Tages an einer schweren Krankheit zu leiden. Gleichaltrige Zeitgenossen, die kaum oder keine Artzserien schauen, gehen mit dem Thema eher unbedacht um, und machen sich kaum Gedanken drüber. (Studie)


Video Story: McDonalds – “Ich liebte es”

7.) Filesharing ist out – Streaming ist in!
Der neue Jahresbericht der GVU (2009) bestätigt den Trend: Es werden immer mehr Serien im Internet per Stream geschaut. In diesem Fall reden wir nicht von legalen Plattformen, wie Videoload oder Maxdome, sondern von Plattformen wie Kino.to oder Movie2k.

Das Angebot an Fernsehserien bei solchen Internet-Streaming Seiten ist im vergangenen Jahr explosionsartig angestiegen. Laut GVU betrug das illegale Angebot 2008 noch 24.000 Videos. Im vergangenen Jahren (2009) waren es bereits 307.000 Videos die im Netz kostenlos feilgeboten worden sind. Ein Anstieg von mehr als 1.300 Prozent. (Artikel)

Passend dazu gibt´s noch eine andere Studie die besagt, dass hierzulande 26 Prozent der Webnutzer,gezielt Filme und Serien im Netz schauen. (Link)

8.) Blümchen und Bienchen – Aufklärung dank “Friends”
Okay. Zugegeben hier handelt es sich nicht um eine Studie, sondern einfach um eine skurille Story. Dreh und Angelpunkt ist die mittlerweile eingestellt, sehr erfolgreiche US-Sitcom Friends: “1,67 Millionen Zuschauer im Alter zwischen 12 und 17 Jahren sahen so die Folge der beliebten Serie, in der Ross durch einen Kondomplatzer Vater wird. Ihm wurde klar, dass Kondome nicht zu 100 Prozent sicher sind.”

Nach mehr als sechs Monaten konnten sich noch über 60 Prozent der Zuschauer an die Situation und ihre Folgen erinnern und sagten, dass sie daraus auch für sich und ihr Sexualverhalten gelernt hätten. (Artikel)

9.) Studie zur Nutzung und Bewertung US-amerikanischer Serien bei Studenten
Wen oder was schätzen Serienjunkies eigentlich an ihrer Lieblingsserie? Gibt es typische Lieblingsfiguren, die bestimmte Charaktereigenschaften verkörpern und in keiner Serie fehlen dürfen? Und warum fesseln uns einige Serien mehr als andere?

Eine Studie des Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover mit 3.630 befragten Studenten gibt Antwort. (Studie)

Update: Die Liste wird an dieser Stelle nochmal um ein paar 0815 Studien erweitert, die noch drauf warten, erwähnt zu werden.

10.) Twitter User lieben Deutschland sucht den Superstar
Der Mediendienstleister X-Ray wollte, in Kooperation mit Scholz & Friends (die Werbeagentur, die unter anderem die Fishermans Friend Spots produziert), wissen, welche TV-Serien auf Twitter besonders beliebt sind. Kaum verwunderlich rangiert “Deutschland sucht den Superstar” auf Platz 1, gefolgt von “Schlag den Raab” und “Tatort”. Auf den billigen Plätzen finden sich Formate wie “Wetten Dass ..??” wieder. (Studie)

11.) “220 Minuten Fernsehen am Tag”
Trotz rasanter Entwicklung des Internets bleibt das Fernsehen mit Abstand das Leitmedium in Deutschland. Im Jahr 2010 sehen wir Normalos nach einer Studie im Auftrag von ZDF und ARD durchschnittlich 220 Minuten am Tag fern. (Studie)

12.) Jugendliche lieben das Internet
Vielleicht ist das jetzt nicht so atemberaubend, aber eben fakenbasierend, zumindest laut einer Studie der VZ-Gruppe. Besonders Jugendliche lieben das Internet.

93 Prozent von 30.000 Befragten Jugendlichen gaben an, das Internet täglich zu nutzen. Während nur noch 21 Prozent Zeitung lesen, 42 Prozent jeden Tag Radio hören und 57 Prozent täglich Fernsehen. (Studie)

13.) Fernsehen soll tödlich sein
“Jede Stunde vor dem Bildschirm erhöhe das Risiko, einer Herz-Kreislauferkrankung zu erliegen, um 18 Prozent, ” so das Ergebnis einer Studie des australischen Heart and Diabetes Institutes in Victoria, wie im Männermagazin “Men`s Health” berichtet wird. (Artikel)

14.) Fernsehen hat größten Einfluss auf Meinungsbildung
Laut einer Untersuchung, die von TMS Infratest im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) durchgeführt wurde, hat das Fernsehen mit einem Anteil von rund 40 Prozent nach wie vor das größte Gewicht, vor den Tageszeitungen mit 25 Prozent, sowie dem Internet und dem Radio mit jeweils 15 Prozent. (Studie)

15.) Bei ihren Fernsehvorlieben unterscheiden sich Zuschauer kaum
Wer denkt (sogenanntes) Unterschichtfernsehen, sei nur für die “Unter-Normal-Verdiener”, der irrt: An „Deutschland sucht den Superstar“, „Bauer sucht Frau“ (beide RTL), „Anna und die Liebe“ (Sat 1) oder „TV total“ (Pro Sieben) haben auch Menschen mit Abitur oder Diplom ihre Freude. (Artikel)

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Image Credit: Popeye [Wikimedia]


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