‘Boardwalk Empire’ Kritik, Staffel 2 Finale & Season 3 Gedanken

Gepostet von am 16.05.2012

Heute abend steigt bei TNT Serie das Staffel 2 Finale des Steve Buscemi-starrer Boardwalk Empire in deutscher Erstausstrahlung, und soviel verrate ich an dieser Stelle schon einmal: Der Showdown endet mit einem Knall. Irgendjemand wird noch sterben. Verlasst Euch drauf. Aber ob wir hier von einem “Fan Favorite” sprechen können, lasse ich mal im Raume stehen. Dazu gleich mehr.

Der folgende Post ist sowas wie eine Kritik, der allerdings eben “fette” Spoiler zum Season 2 Finale beinhaltet. Also, lest den Post am besten erst frühestens heute abend, oder dann, wenn Ihr möchtet.

Zuerst: Ich hatte die beiden Staffeln schon vor einer Weile gesehen gehabt. Nur leider bin ich nie dazugekommen, was dazu zu schreiben, was ich immer ganz fest vorgehabt habe. Korrigiert, und ergänzt mich einfach, wenn ich (in Euren Augen) was super-wichtiges vergessen habe.

Also. Fangen wir an: Was ich beeindruckend an Boardwalk Empire finde, ist der Aufwand der hinter den Kulisse betrieben wurde. Natürlich wurde reichlich am Computer getrickst, und viele Effekte mit ein paar Mausklicks zusammengeschustert, was sich in den VFX Reels (Season 1) schön sehen lässt. Aber beispielsweise der Boardwalk von Atlantic City wurde mühevoll und mit einem enormen finanziellen Aufwand nachgebaut – fast 20 Millionen Dollar (die Summe variiert je nach Quelle) soll alleine die Pilotfolge von Martin Scorsese’s Gangster Epos gekostet haben. Und das sieht man. Das ganze ist toll. Wunderschön aufpoliert und man wird regelrecht in die sweet-20s gerissen, die ich persönlich generell faszinierend finde.

Genau wie die Figuren in der Serie, von denen die meisten, auf wahren Figuren basieren: Nucky Thompson hat gelebt, und war wirklich so ein gewiefter Hund den man nichts außer Steuerhinterzug nachweisen konnte. Al Capone war zweifelsohne eine Gangster Größe im Alkohol Schmuggel beim Chicago’er Mob. Arnold Rothstein der einflussreiche Pate der Jüdischen Mafia, Schlüsselfigur und Förderer von Charles Lucky Luciano, der später zum Da Capo de tutti Capi der New Yorker Familien aufsteigen sollte. Das Time Magazin listet Luciano noch bis heute als einen der 100 einflussreichsten Personen, die je auf diesem Planeten gelebt haben (!).

Vielleicht lest Ihr das schon aus den Zeilen heraus, ich hab verdammt viel für dieses Genre übrig – und bin eiN Riesen-Fan von Klassikern wie Goodfellas, Der Pate Trilogie und wie sie nicht alle heißen, die ganzen Mafia-Epen. Die Romane von Mario Puzo hatte ich schon als kleines Kind gelesen (alle davon! – Von “Omerta” bis zu seinem berühmtesten Werk), und wie jeder Bursche, wollte ich wenn ich groß bin auch mal so werden wie Don Corleone. Das daraus leider nichts geworden ist, dürfte Euch klar sein wenn Ihr diesen Text hier lest. Ich blogge, und bin nicht der über den gebloggt wird. Nun denn. Träume ..

In Boardwalk Empire habe ich jedenfalls große Erwartungen gesteckt, und gehofft, daß es ein tolles Spektakel wird, mit Mafiosi wie sie eigentlich nur Robert DeNiro darstellen kann, mit einer Storyline, die verstörend, kriminell und interessant zugleich ist. Mit einem tollen Setting und ebenso sehenswerten Ensemble an Schauspielern (allen voran Steven Buscemi, der seine Rolle wirklich toll macht!) Und ganz ehrlich: ich bin keinesfalls von Boardwalk Empire enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Ich freu mich wie der kleine Junge der immer gerne Don Corleone werden wollte, auf die dritte Staffel, die im Herbst 2012 (im US-Fernsehen) an den Start geht.

Boardwalk Empire ist genau das, was ich gerade aufgezählt habe. Interessant. Mit einer unterhaltsamen Storyline, wenn man was für das Genre übrig hat, einem super-tollen Cast an Schauspielern (wobei ich mir für Charles Lucky Luciano lieber einen authentischeren Hau-drauf-Schauspieler gewünscht hätte, als so einen aalglatten-gegelten Lieblings-Schwiegersohn). Aber irgendwie auch menschlich verstörend, was das “Mitfiebern” angeht, wenn man das so als nüchterner Betrachter der Geschehnisse im korrupten Atlantic City nennen kann. Wer heute Dein bester Freund ist, der ist morgen Dein größter Feind. Das gilt für die Figuren in der Serie untereinander, genau wie das “Fan-Favorit”-isieren als Zuschauer. Fühlt man in den ersten Folgen noch mit der und der Person mit denkt man sich “Hey, Super-Type. Hoffentlich boxt der sich durch die Intrigen irgendwie durch und bietet dem einen oder anderen Teufelskerl die Stirn, ohne sich zwei Sekunden später eine Kugel einzufangen”. Keine Fünf Episoden später, sieht das schon wieder ganz anders aus, da hat sich der einstige Fan Favorite selber zu einem “Teufelskerl” entpuppt und spinnt mörderische Intrigen aus Geld oder Macht Gier, oder einfach weil Mutti das gerne so hätte (im Fall von Jimmy zum Beispiel).

Boardwalk Empire ist ein Wechselbald der Gefühle. Ein grandioser Flashback in die Geschichte, auf den Spuren der größten Gangster-Legenden die je gelebt haben und damals noch das sein durften, was Sie waren: Gangster. Und keiner konnte was dagegen unternehmen. Nicht mal das Gesetz, schließlich waren sie selber das Gesetz.

Hier mal noch ein paar Gedanken zu den “Teufelskerlen” und denen, die es geworden sind:

James “Jimmy” Darmody (gespielt von Michael Pitt) war ganz zu Anfang einer meiner Fan Favorites, ehe er dann – beeinflusst von seiner Mami – zu einem echten Heroin-schniefenden Widerling mutiert ist, ohne jeglichen Charme wie Ihn Mario Puzo’s Don Corleone bessesen hat. Ganz ehrlich: Die Kugel hat er sich verdient. Gut gemacht Nucky!

Was ich leider noch nicht herausgefunden habe, ob dieser “James Darmody” wirklich gelebt hat. Google hat zumindest keine Ergebnisse ausgespuckt.


Arnold Rothstein (Michael Stuhlbarg): Total wichtige Figur, und irgendwie schon heavy, daß der Typ damals die World Series der US-Baseball Liga manipuliert hat. Natürlich konnte man Ihm nichts nachweisen, clever wie Rothstein gewesen ist, aber jeder darf sich hinter verschlossener Türe ja seinen Teil denken. Toller Schauspieler.


Margaret Schroeder (Kelly Macdonald): Eine dieser Figuren, mit der ich überhaupt nicht mitfühlen kann, mal abgesehen von Ihrem Early-Beginning, wo Sie mit diesem Zocker-Typen, und Vater Ihrer beiden Kinder, zusammgengelebt hat, der (dank Nucky!) dann wenig später die Fische von unten sehen durfte.

Der Charakter hat sich – unter der trauten Fittische von Nucky – mal sowas von gewandelt. Dank all der teuren Kleider, Bediensteten und dem “Hi-Live” weiß die Gute gar nicht mehr, wo Sie einst hergekommen ist und hat Ihre Wurzeln schon längst vergessen. Das ist das größte Übel, was je ein Mensch begehen kann, alsO: Fuck ya, Margaret. Aber Kelly Macdonald ist natürlich eine tolle Schauspielerin.


Elias “Eli” Thompson (Shea Whigham): Ich bin echt gespannt, wie es mit Eli weitergehen wird. Blut ist dicker als Wasser, aber seinen Fan Favorite Status hat er bei mir schon längst verspielt, als er Nucky das erste Mal hintergegangen und sich mit dem Commodore/Jimmy – mehr oder weniger aus Eifersucht – verbündet hat.


Vincent Piazza als Charles “Lucky” Luciano : Wie gesagt, nichts gegen den Schauspieler aber ich find, das ist eine Fehlbesetzung, mit zu viel Gel in den Haaren. Aber das ist auch nur meine persönliche Meinung.

Im Netz (Youtube zum Beispiel) gibt’s ein paar tollte Dokumentationen zu Luciano, die erklären wie er sich zur wichtigsten Figur an der Ostküste der USA mauserte (kurz: er hat die mächtigsten New Yorker Familien, die sich bis zuvor gegenseitig bekriegten an einem Tisch berufen, und vereint – mit Ihm als “Boss”) und Wikipedia hat auch einen lesenswerten Artikel.


Stephen Graham als Al Capone: Ich liebe den Typen. Das ist so ein Kerl, aus dem Legenden sind. Draufgängerisch, denkt nicht an Morgen. Die Polizei mag’s mir übel nehmen: Super Type! Einer meiner Fan-Favorites. Ganz definitiv. Und das nicht nur, weil Al weiß, wie man mit bohrenden-Fragen stellenden Journalisten vom Harold umgeht. Zack!

Stephen Graham ist die Ideal-Besetzung.

[Wiki über Al Capone]


Michael Shannon als Nelson Van Alden: Der Typ ist einfach die Härte! Ich weiß nur noch nicht warum: Ob weil er so ein toller Christ ist, und gerne seine FBI-Partner im Wasser vom Teufel erlöst, wegen seiner störrischen-merkwürdigen Art, oder weil ich nur auf den Moment warte, wo er endlich die Grenze zum richtigen-Korrupt Sein überschreitet und dick ins Geschäft einsteigt. Season 3 ist coming! Dann vielleicht.


Steve Buscemi als Enoch “Nucky” Thompson: Nucky Rules! Sensationell gut mit Steve Buscemi besetzt. Tolle Figur, von der man nie so wirklich genau weiß, was Sie als nächstes plant. Nur eines: Das Nucky niemals das Spiel der Macht an den Haken hängen, und einen auf always-being-happy Familien Vater machen würde. Macht ist sein Geschäft, sein Spiel und das beherrscht er wie kein zweiter. Super Figur, die viel zu erzählen hat.

Nucky for President.


Gespannt bin ich auch, wie es mit Scarface weitergeht, nachdem sein Buddy Jimmy jetzt in der Hölle schmohrt. Irgendwie habe ich das die ganze Staffel über schon im Gefühl gehabt: Der dreht irgendwann durch und richtig am Rad!

So. Das sind meine Gedanken. Ich hab versucht mich kurz zu fassen, und noch ganz viel weg gelassen, aber selbst das “Kurz fassen” ist mir nicht so wirklich gelungen.

Was denkt Ihr über die ersten beiden Staffeln Boardwalk Empire? Und was geht Euch durch den Kopf, wenn Ihr an Season 3 denkt?


Tags: Meinungen, , ,


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  • Maddin

    interessante Sichtweise von Dir.
    Was ich am Ende nicht verstanden habe ist was die Schröder na ausgefüllt hat und warum das jetzt zum Pfarrer soll.
    Gibt es Infos wann die 3 Staffel beginnen wird?

  • http://www.serien-load.de/ Seba_Canel
  • Maddin

    hast du auf meine andere Frage auch eine Antwort?

  • http://www.serien-load.de/ Seba_Canel

    Argh. Gerade nicht mehr vor Augen und im Kopf, was da ganz genau passiert ist. Sorry. Aber vielleicht fällts mir noch mal ein.

  • fatzke5000

    Sie hat von Nucky Grund überschrieben bekommen und hat wegen Ihrem schlechten Gewissen alles der Kirche gespendet.

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