Camelot Pilot Kritik: Entweder wirds totaler Murks, oder eine unterhaltsame Legenden Erzählung; Positiv: Joseph Fiennes

Gepostet von am 17.03.2012

Als der US-Pay TV Sender STARZ sein neues Historien Drama Camelot promotete, tat er dies mit folgender Tagline: “Vergesst alles was Ihr bisher dachtet zu wissen .. das ist die Geschichte von Camelot, wie Sie noch nie erzählt wurde.” Anderswo wurde die Serie als Mischmasch aus “having sex, sword-fighting, magic, comedy” beschrieben, die man genau deswegen gesehen haben sollte. Und auch, weil Chris Chibnall (Life on Mars, Torchwood) als Showrunner fungierte und für seine kreativen Ideen bekannt ist.

Hauptdarsteller Joseph Fiennes (verkörpert Merlin) fügte dem noch einen anderen Grund hinzu, als er sagte: “It’s not a Musical”. Und ratet mal was? Surprise. Surprise. Fiennes hat recht. Camelot ist wirklich kein Musical, (soweit sich das nach der geschauten Pilotfolge beurteilen lässt), sondern eine Neuintepretation der Sage um einen der bekanntesten Ritter des 5. Jahrhunderts.

Erzählt wird die Legende von King Artur, dem Ritterkönig und seiner Gefolgschaft an der ebenso berühmt-berüchtigten Tafelrunde. Von den Mythen der damaligen Welt, den Magiern, für welche sich Typen wie Merlin ausgegeben haben, von Mord, Rache, Trieblust. Von Gier, Neid und dem Verlangen nach Macht. Von bösartigem Mut und sinnlicher Leidenschaft für Ideale einzustehen. Weniger von Hexerei.

Als STARZ erklärte, man sollte alles vergessen, was man bisher dachte über Artus zu wissen, war das wörtlich gemeint. Spätestens wenn Ihr den 2004 Kinofilm King Arthur von Regisseur Antoine Fuqua, starring Clive Owen gesehen habt, und anschließend die Auftaktfolge von Camelot, werdet ihr wissen warum. Nicht nur, weil Clive Owen einen wesentlich älteren und erfahreneren Arthur abgibt, als der Naseweiß der uns in der Fernsehserie präsentiert wird.

(Von SKY): Die Handlung der Serie orientiert sich an der bekannten und legendären Sage um König Artus: Nach dem gewaltsamen Tod von König Uther holt Merlin den jungen Artus und bisher unbekannten Sohn Uthers als Thronfolger nach Camelot. Zusammen mit den Rittern der Tafelrunde verteidigt er sein Land und kämpft gegen seine Halbschwester Morgan, die die Krone mit Hilfe dunkler Mächte für sich in Anspruch nehmen will. Als die schöne Guinevere in Artus´ Leben tritt, verliebt er sich unsterblich in sie – das Unheil nimmt seinen Lauf.

Der junge und wilde König Artus wird gespielt von New Moon-Star Jamie Campbell Bower, der sich vom ungestümen und unbeschwerten Jungen von Episode zu Episode mehr und mehr zum legendären König von England entwickelt. Der Brite Joseph Fiennes, jüngster Bruder von Ralph Fiennes und bekannt aus dem oscarprämierten Kinofilm Shakespeare in Love, verkörpert den Zauberer Merlin auf eine ungewöhnliche und mythische Art und Weise. Düster, zweifelnd, von Visionen geplagt und gleichzeitig um das Wohle des Königreichs besorgt, spielt Fiennes die innerliche Zerrissenheit seiner Rollenfigur meisterlich. Bond-Girl Eva Green (Casino Royale) als Morgan glänzt in ihrer Rolle der bösen und verführerischen Halbschwester von Artus. Sebastian Koch spielt in der ersten Folge König Uther und wird als einziger Deutscher im Cast auch Gesicht der On-Air Kampagne von Sky sein. (SKY Ende)

Als ich damals die ersten offiziellen STARZ Trailer gesehen hatte, war mir ein wenig mulmig zu Mute. Was wohl an Joseph Fiennes lag. Nicht an dem Schauspieler an sich oder seinen darstellerischen Künsten, sondern an der Rolle die er zuvor inne hatte. Ihr erinnert Euch an die ScienceFiction Serie FlashForward (lief mal bei ProSieben), wo Fiennes einen merk-und-fragwürdig handelnden FBI Agenten gespielt hat? Die Rolle passte gar nicht zu Ihm, oder anders gesagt: Bei dieser Rolle hatten die Drehbuchautoren (in meinen Augen) alle Register gezogen, um diesen Part so zu verkorksen, damit FlashForward auch bloß nach einer Staffel wieder eingestellt wird.

Warum ich Euch das sage hat schon einen tieferen Sinn: denn obgleich meiner inneren Zweifel und dem im Stammhirn manifestierten FlashForward Fiaskos, fand ich das bisherigen Zutuen von Joseph Fiennes in Camelot gar nicht mal so schlecht. Oder anders. Die Rolle eines untriebigen Merlin ist wesentlich massgeschneiderter als die einer FBI-Pussy. Und man muss wenigstens nicht alle zwei Minuten den Kopf vor lauter Schwachsinniger irrationaler Handlungen schütteln.

Es ist immer so eine Sache, nach dem Piloten große Reden zu schwingen, weil man nie so genau weiß, wohin die Reise eigentlich hingeht. Wird das wieder irgendein Murks? Eine Ode auf Hollywoods manchmal-Einfallslosigkeit? Oder wird sich das beste für den Schluß aufgehoben, und von Episode zu Episode interessanter?

Deswegen stehe ich jetzt auch ein wenig auf dem Schlauch. Ich versuch mal ein paar mir durch den Kopf gehende Worte zu finden: Camelot ist anders als King Arthur, aber das hatte ich ja schon gesagt. Die STARZ Serie hat einen wesentlichen jüngeren Hauptdarsteller, einen der sich lieber mit den Freundinnen seines Bruders bettfertig macht, als daß er den Kodex eines taffen Spartanischen Ehrenmannes und Kriegers verfolgt. Nicht so tollkühn, heldenhaft, als das man sich als Zuschauer vor Ihm verneigen würde. Das ganze wirkt irgendwie jugendlich-naiv, wobe die Serie an sich tatsächlich für Erwachsene gedacht ist. Es ist natürlich weder ein Beinbruch noch ein Weltuntergang, und wie versprochen eine “Neuinterpretation” der Artus-Legende, nur vielleicht anders als man erwarten würde.

Zumindest anfangs, wo der Grundstein für eine erfolgreiche Ritter-Ära gelegt werden soll, fixiert sich die Story auf Macht-interne Zwiste, Sandkasten-Gezanke zwischen Geschwistern, von denen die eine Machtgeil ist und der andere erst für seine künftigen Aufgaben reifen muss. Weniger auf epische Schlachten. Vielleicht kommen die noch in den nächsten Episoden. Vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Es war nur die Auftakfolge. Ebenso wenig, wie sich das ganze weiter entwickeln wird. In Puncto Charakter Entwicklung, Storyline, epische blutrot getränkte Schlachtfelder, die früher oder später nicht fehlen dürfen, VFX Effekte und die ganze Palette.

Fakt ist, der Pilot hat in mir Lust auf mehr geweckt, was im Grunde immer das eigentliche Ziel der Serienmacher ist. Die nächsten zwei Episoden werde ich mir bestimmt anschauen, nicht nur weil mich der ganze Mittelalterkrimskrams und Legenden faszinieren, sondern auch weil ich wissen möchte, wie die Show sich weiterentwickelt.

Mein Rating für den Pilot: 5.00 von 10

Camelot premiert am 19. März 2012 im deutschen Pay TV, bei SKY.


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