Desperate Housewives – 7. Staffel – Kritik
Gepostet von Seba Canel am 28.03.2011
“Paul ist also wieder da! Surprise! Surprise!”
Originaltitel: Desperate Housewives
Genre: Drama, Comedy
Season: Staffel 7 (Teil 1: Episoden 1 – 13)
Schöpfer: Marc Cherry
Darsteller: Teri Hatcher, Felicity Huffman, Marcia Cross, Eva Longoria, Vanessa Williams
Deutschland TV-Premiere: 12. Januar 2011 auf ProSieben
Kritik:
Das Finale der sechsten Staffel endete mit einem “Bang!”, nachdem Angie Bolen es gelungen ist, Ihrem einstigen “Liebhaber” und leiblichen Vater Ihres Sohnes Danny, dem Öko-Terroristen Patrick Logan, es so zu besorgen, “wie er es wollte” und vielleicht auch verdient hat.
Und dank des Fairview Würger – dessen Identität mit dem Showdown aufgedeckt worden ist – durften wir Zuschauer einmal mehr, tief hinter die düstere und gestörte Fassade der auf den ersten Blick achso idyllisch anmutenden Wisteria Lane blicken.
Die siebte Staffel knüpft genau an diesen Erzählstil und Kernelement an: Sie lässt uns wieder in die dunklen Geheimnisse unserer Hauptprotagonisten blicken, in Ihre sehnlichsten Wünsche, Träume und Ziele.
In den neuen Folgen werden die einzelnen Figuren, insbesondere die der Housewives (auch die “männlichen”) noch tiefer charakterisiert, Ihre Hoffnungen und Wünsche, und Ihr Streben nach Vollkommenheit.
Sei es der Drang von Gaby, Ihr leibliches Baby in Ihrer Nähe zu haben. Koste es was es wolle. Oder der Wunsch von Bob und Lee endlich ein Kind zu adoptieren. Die Lust von Bree nach Ihren “öden” Ehen, einen wilden Jüngling mit Knackarsch zu angeln, oder die Verzweifelung über die finanzielle Situation bei Susan und Mike. Und dann wäre da noch Paul Young, der überraschenderweise in die Wisteria Lane zurückkehren wird, wobei er doch eigentlich nur traumatische Erlebnisse mit der Wisteria Lane verbinden dürfte.
Wobei dies – die persönlichen Dramen – natürlich genau das ist, was Ideengeber Marc Cherry bereits in jeder Saison “gegeben” hat, die volle Dröhnung Vorstadt-Dilemma, mit all seinen Facetten. Den Guten, wie den Bösen. Den Schlechten, wie den Rechten. Den eigensinnigen, den mitfühlenden, den gestörten, den nazistischen, den fürsorglichen, den verständnisvollen und den eben nicht so nachvollziehbaren.
Wir sehen noch mehr von den Housewives, sehen als Zuschauer noch Tiefer in die jeweiligen Charaktere und innersten Bedürfnisse, bekommen noch mehr Ihrer Ängste und Sorgen zu spüren. Insbesondere im Fall Paul Young – dem Ehemann von Mary Alice, die sich gleich zu Beginn der Fernsehserie das Leben genommen hatte und seit jeher sowas wie die allwissende, moralisch verständisvolle Erzählerin der Desperate Housewives ist – der aus dem Gefängnis entlassen worden ist, nachdem der Polizei klar geworden ist, dass Felicia Tilman Ihren Tod nur vorgetäuscht hatte.
Paul ist also wieder da! Surprise! Surprise! In der Wisteria Lane. Und das obgleich er mit dieser Vorstadt und seinen Bewohnern eigentlich nichts gemein hat. Er hat dort weder Freunde, noch Sympathisanten. Er hat dort nichts – nichts hinterlassen, ausser einen bleibenden Eindruck bei all seinen Nachbarn, die in Ihm noch immer den Mörder von Felicia´s Schwester, und einen schwer gestörten Menschen sehen (womit Sie ja auch eigentlich recht haben).
Nun ist er wieder da, und soviel wird schon von Beginn an klar: Paul ist nicht in die Wisteria Lane zurückgekehrt um mit seinen Nachbarn Kirschen oder Kuchen zu essen, und bei einer Flasche Bier Football Spiele zu sehen. Nein. Paul ist aus einem anderen Grund in die Wisteria Lane zurückgekommen. Von Hass angetrieben, plant er sich an all den Menschen zu rächen, die Ihn am Stich gelassen haben: Kurz gesagt, an sämtlichen Bewohnern, der friedlich anmutenden kleinen Vorstadt.
Nebst dem neuen Hauptstrang, der Rückkehr von Paul Young, haben die Hausfrauen und Ihre Gatten allerdings auch wieder Ihre ganz eigenen Sorgen und Veränderungen in Ihrem Leben zu meistern: Susan verdient sich neuerdings Ihr Geld, als Internet-Stripperin; für Gaby und Carlos brechen schwere Zeiten an, als Sie erfahren, dass Juanita bei der Geburt vertauscht worden ist, und Sie eigentlich das Kind von jemanden anderem großziehen; Bree stürzt sich nach dem Fiasko mit Orson in eine neue Beziehung mit einem jungen, knackigen Kerl, und lässt so ziemlich alles mit sich machen, nur um den Jüngling nicht zu verlieren. Dafür verliert Sie auch Ihren sonst so kontrollierten Anstand; die Scavos bekommen Ihr fünftes Kind, Paige Scavo, die im Loft der Großfamilie jede Menge Staub aufwirbeln wird; und mit Renee Perry, einer alten College Freundin von Lynette kommt eine neue Hausfrau in die Wisteria Lane, die noch graziler anmuten möchte, als Gaby es in Ihren besten Jahren tat – erst mit der Zeit, mit den Episoden erfahren wir, das hinter der barschen Fassade einer Baseball-Spieler-Frau eine zarte Seele, auf der Suche nach Zuneigung ist.
Kurz gesagt: Die siebte Staffel der Desperate Housewives, ist im Erzählelement gleich geblieben. Der Aufbau, die Storyline, das “Geheimniss” der Staffel. Wir haben neue Figuren, die für neue Dramatiken und Spannungen sorgen, wir haben alte Figuren, die wir schon aus vorherigen Staffeln kennen und wieder zurückkehren, und für jede Menge Ärger sorgen werden. Und alle haben Sie wieder Ihre Geheimnisse, Gelüste und Sehnsüchte, die einen kleinere, die anderen welche, mit weitaus grösseren Ambitionen.
Desperate Housewives Season 7 Official ABC Promo
(Youtube)
Es wird nicht langweilig in den neuen Folgen, nein, gewiss nicht – dafür aber weniger gelacht, als in allen Staffeln zuvor; die bösen Triebe der Protagonisten werden fokussierter hervorgehoben und alle Charaktere auf eine harte Probe gestellt. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, so kennen wir das eigentlich schon von den Desperate Housewives, und so lieben wir Sie doch auch …
Tags: Dramedy, Editor Picks, Meinungen, Desperate Housewives, Kritik
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Tanja
