Die Borgia’s Dokumentation (ZDF)

Gepostet von am 14.11.2011

Mit ZDF’s Borgia und SHOWTIME’s The Borgias (Pro7) gibt es zwei TV-Serien, in der uns die Macher (Tom Fontana “Borgia” und Neil Jordan “The Borgias) Ihre Sicht der Dinge auf die Borgias erzählen, eine spanische, sehr vermögende Familie, die zwei mal im 15. Jahrhundert das höchste Amt der Kirche erklimmen sollte. Zuletzt mit Alexander VI., dem bürgerlichen Rodrigo Borgia, der auf ewig eines der dunkelsten Kapitel des Vatikan füllen wird, und vielleicht als der machthungrigste Papst in der Weltgeschichte gilt. Blut, Intrigen, Korruption, Inzest, Mord, Kriege, Affären, da wären eine Reihe Delikte die man Alexander vorwerfen kann, sowie es die beiden Fernsehserien machen. Aber was ist Fiktion, und was Wirklichkeit? Was Mythos? Was Legende? Was an den Haaren herbeigezogen, und was faktisch belegt? Wer waren diese Borgias wirklich?

Passend zum Start der ZDF Serie wurde auf selbigem Sender Programmergänzend eine Dokumentation gesendet, die sich genau mit diesen und einigen weiteren Fragen um den berühmt-berüchtigten Herrscher des Vatikans, Italiens und eigentlich der ganzen Welt beschäftigt: “Der Fall Borgia”.


[Youtubelink, oder ZDF Mediathek]

Ich denke, die Borgias haben es geschafft einfach in den Geschichtsbüchern festgehalten zu werden, und ich hab die Doku gesehen, die ZDF-Serie, die paar Wikipedia Artikel gelesen und Mario Puzo’s Die Familie gelesen und eines wird danach recht rasch klar: Jeder (dieser) hat was über die Borgias zu erzählen, nur immer was anderes. Wobei vielleicht der Kern, der sexuell freizügigen, korrupten Familie immer derselbe ist.

Doch frage ich mich: Was muss das eine Schmach für die Italiener gewesen sein, daß der einzige Spanier im Kardinals Konklave Papst wurde? Und darf man angesichts der vielzahl seiner Feinde, den Überlieferungen glauben?

Das folgende hört sich blöd an, aber letzten Endes basiert alles was wir heute wissen, auf hören, sagen und irgendwelchen Niederschriften. Doch woher weiß man was wahr ist, was erfunden, was hinzugedichtet. Hat ein Freund überliefert, ein Feind? Oder ein neutraler Betrachter? Handelte es sich bei dem Inzest nur um bitterböse Gerüchte, oder ist da was wahres dran. Haben sich die Brüder wirklich gehasst, und war “Bella” wirklich so schön?

Wie auch immer das damals war: Ich glaube, die Borgias stehen zurecht in den Geschichtsbüchern. Sei es, weil Sie als Spanier den Italienern zweimal die Krone vom sichergeglaubten Haupt weggeschnappt haben, oder einfach weil sie die ruchloseste Familie im Vatikan gewesen sind.

Was denkt Ihr?

Vom ZDF:

Inzest, sexuelle Ausschweifungen, Korruption und Brudermord – es gibt kaum eine Todsünde, die dem Borgia-Clan nicht nachgesagt wird. Allen voran Rodrigo Borgia, der adlige Emporkömmling aus Spanien, dem es 1492 unter dubiosen Umständen gelingt, als Alexander VI. den Papstthron zu besteigen. Der frisch gewählte Kirchenfürst entpuppt sich bald als rücksichtsloser Despot, der nur seine eigenen Interessen verfolgt und vor nichts zurückschreckt, wenn es darum geht, seine Macht zu erhalten und auszubauen.

Schnell wird Alexander VI. vom alteingesessenen Adel Italiens gehasst und seine Machenschaften verteufelt. Doch wer ist dieser Mann? Ein skrupelloser Aufsteiger? Der Kopf einer machtgierigen Mafia, der alles daran setzt, seine Familien in Italien zu installieren? Geistlicher oder Gesetzloser? Die Überlieferungen zeichnen ein diabolisches Bild von Alexander VI. alias Rodrigo Borgia. Aber was ist dran an diesen Gerüchten, und wie sind sie zu bewerten? Die Dokumentation “Der Fall Borgia” begibt sich auf Spurensuche und begegnet einer Persönlichkeit, die zwischen eiskaltem Kirchenpolitiker und sinnlichem Familienmensch oszilliert.

Alexander VI. lebt in Rom weniger das Leben eines Papstes als das eines feudalen Renaissanceherrschers. Er hält sich mehrere Mätressen und zeugt mindestens sechs uneheliche Kinder, zu denen er sich unverhohlen bekennt und die er geschickt und bedenkenlos in seine politischen Machenschaften verstrickt. Seine Tochter Lucrezia zwingt er drei Mal in die Ehe; die Wahl ihrer Männer erfolgt unübersehbar mit politischem Kalkül. Seine Söhne Juan und Cesare bekleidet der Kirchenfürst mit hohen Ämtern und Würden. Cesare ernennt er mit 18 Jahren zum Kardinal, Juan wird Oberbefehlshaber der päpstlichen Armee, militärische Misserfolge ändern daran nichts. Darüber hinaus deckt Alexander VI. die Straftaten seiner Kinder und sieht auch über eigene Fehltritte geflissentlich hinweg. Sein Ziel ist es, ein machtvolles, geheimbundähnliches Familienunternehmen zu installieren.

Trinkgelage und Sex-Orgien, Günstlingswirtschaft, Grausamkeiten – die Liste der Verfehlungen des Dieners Gottes sind lang. Zeitgenossen wie Girolamo Savonarola prangern Papst Alexander VI. infolgedessen immer wieder wegen seiner Sittenlosigkeit öffentlich an. Gleichzeitig dienen der Papst und sein Sohn Cesare dem Staatsphilosophen Niccoló Machiavelli als Vorbild für sein weltberühmtes Traktat “Il Principe” (“Der Fürst”).

Die 45-minütige Dokumentation ergänzt die sechsteilige Borgia-Saga und erzählt die Geschichte von Alexander VI. und seiner Familie. Experten wie Helmut Markwort, Marina Münkler und Uwe Neumahr liefern umfassende Analysen über die Politik des Papstes und bringen Licht in eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte. Zu Wort kommt auch Fernando Borja, Borgia-Nachkomme in der 18. Generation.


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