Faszination (?) Dschungelcamp 2011 – Warum gucken soviele die Trash-Show?
Gepostet von Seba Canel am 20.01.2011
Am 14. Januar 2011 startete die fünfte Staffel der Reality “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” aka einfach nur das Dschungelcamp bei RTL. Und die Quoten, das kann und muss man sagen, lassen derzeit einfach nicht zu wünschen übrig. Bis zu sieben Millionen und mehr schauen sich die Folterspielchen an C-Prominenten an, die auch von Jigsaw höchstpersönlich hätten inszeniert werden können. Tolle Quote. Irre Marktanteile.
Und wie der Hase in unserer Gesellschaft nunmal so läuft, wagen sich aufgeweckte Wissenschaftler und Soziologen an Fragen, die die Welt bewegen: “Wieso schaut man sich sowas an? Warum gucken soooviele diese Art von Trash TV, wobei die meisten, die die Show gucken, auch noch darüber lästern? (oder zumindest über die Protagonisten)”
Die Antwort? Die Soziologen sagen das in etwa so: “Wir [Zuschauer] geilen uns dran auf! An dem erbärmlichen Dilemma der anderen, an den widerlichen Torturen, die die Teilnehmer über sich ergehen lassen müssen dürfen, und erfreuen uns an dem Fakt, das wir nicht so sind wie DIE!
Oder so ähnlich lautet das “Studien” Ergebnis … Hier die Langfassung:
“Gott sei Dank bin ich nicht wie die da”
Roger Willemsen meinte bereits vor Jahren, bei vielen Sendungen blieben die Zuschauer heute “durch eine Art Konträr-Faszination” hängen. Weniger hochgestochen heißt das: Die Zuschauer vor der Glotze denken, “Gott sei Dank bin ich nicht so wie die da…”“Appell an die niederen Instinkte”
Das sieht Joan Kristin Bleicher, Medienwissenschaftlerin von der Universität Hamburg, ähnlich. Sie nimmt das Dschungelcamp genauer unter die Lupe: “Das Format kombiniert erfolgsbewährte Unterhaltungs- und Boulevard-Elemente mit dem Appell an die niederen Instinkte und die Ekelgefühle der Fernsehzuschauer.”
“Erleichtert, dass es uns nicht passiert”Bleicher sagt, schon immer seien im Fernsehen sogenannte Confrontainment-Strategien erfolgreich gewesen: “Wenn andere leiden oder sich streiten, sehen wir hin und sind erleichtert, dass es uns nicht passiert.”
Interaktive Rache an den Stars
Das Erfolgsrezept des Dschungelcamps sei einfach: “Die Zuschauer weiden sich an den Qualen der Kandidaten und haben außerdem die Möglichkeit, sich für die Nerv-Attacken durch Z-Prominente interaktiv zu rächen.” Gleichzeitig erlebe man “Stars” scheinbar privat und ungeschminkt.
Quelle: “Darum gucken wir so gerne das Dschungelcamp” – Schau auch: Wer guckt eigentlich Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!?
Im folgenden noch ein sehenswertes Video vom Stern, in dem Passanten auf der Strasse gefragt worden sind, warum Sie denn das Dschungelcamp schauen, und was Sie sonstnochso zu den Urwald-Äffchen zu sagen haben:
(via)
P.S.: Irre ich mich, oder hat diese eine Frau nicht ähnlich markante Gesichtszüge wie Jacko?
P.S.S.: Ich schau Dschungelcamp und andere derartige Formate aus Protest nicht! Ich kann da also eigentlich gar nicht so viel mitreden. I´m no Supporter mit meiner Einschaltquote, denn ich will nicht, dass noch mehr solche Trash Shows ins deutsche Fernsehen kommen. Auch wenn ich jetzt total Anti-Mainstreamig bin: Aber das, und sowas wie das gefällt mir nicht! Scheltet mich, aber NEIN!
Das Wort bitte an Herrn Reich Ranicki:
(youtube)
Tags: Dies und Das, Dschungelcamp
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Tanja
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