GVU fragt, “sind Kino.to, kinox.to, Movie2k & Co. Werbung für legale Filmangebote?”

Gepostet von am 27.10.2011

Es sieht so aus (und das ist eigentlich wenig verwunderlich), daß die Razzia bei den Kino.to Betreibern, mitte diesen Jahres der deutschen Videotheken-Wirtschaft, und somit auch dem BUND gut getan hat. Im Jahr 2011 hat es erstmals zwischen dem 9. und 15. Juni einen Zuwachs bei den Verleihvorgängen gegenüber dem Vorjahr gegeben. Das ist genau der Zeitraum, der als die “Woche nach dem Kino.to Shutdown” in die Netzgeschichte eingegangen ist.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) berichtet in Ihrem Blog, und resumiert: „Illegale Streamhoster-Portalsysteme gehen eindeutig zu Lasten der Videotheken.“

Aus dem Geschäftsbericht des Interessenverbands des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (IVD) geht hervor, dass im Jahr 2010 bundesweit 243 Millionen Euro durch Verleihvorgänge umgesetzt wuden. Diesen Umsatz erwirtschafteten insgesamt 2.765 Videotheken. In 2011 generierten diese Betriebe Mehrumsätze aus knapp 18 Prozent mehr Verleihvorgängen im Juni, als kino.to abgeschaltet und kein anderes illegales Streamhoster-Portal-System ähnlich bekannt war.

Das nächste Problem, welchem sich die GVU allerdings direkt nach Bekanntgegeben erstmal überhaupt nicht widmen wollte (zumindest hieß es öffentlich so; wobei das natürlich auch nur Taktik gewesen sein könnte), war Kinox.to, das sich mit gleichem Design schmückte, selbst zum offiziellen Nachfolger ernannte und noch bis heute online ist. So heißt es im Blog der GVU weiter:

In der Folgewoche [nach dem Kino.to-Offline] erschien kinoX.to auf der Bildfläche. Die zum Verwechseln ähnlich aussehende Portalseite kinoX.to wurde in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli online gestellt. Mit der Behauptung, dies sei der Nachfolger von kino.to und dezidierter Polemik provozierten die Betreiber umgehend eine breite mediale Berichterstattung. Binnen eines Tages wussten weite Teile der Öffentlichkeit von der Existenz dieses Portals und besuchten es. In der anschließenden Woche rutschte die Anzahl der Verleihvorgänge in deutschen Videotheken erstmalig seit der Schließung von kino.to wieder ins Minus.

Resumiert wird das ganze so:

Gelänge es also, neben kino.to auch alle anderen illegalen Streaming-Portal-Systeme, wie etwa kinoX.to auszuschalten, könnten deutsche Videotheken jährlich steuerpflichtige Mehreinnahmen aus Verleihvorgängen von mindestens 43,8 Millionen Euro erwirtschaften. Dem Freistaat Sachsen beispielsweise, mit seinen 141 Videotheken, entgehen danach pro Jahr Steuereinnahmen aus 2,2 Millionen Euro Umsatz allein aus Ausleihvorgängen in diesen Betrieben.

Ich kenne nicht die genauen Zahlen, also die im Netz. Die Visits, und den Trafficverlauf in den vergangenen Monaten. Das Meedienmagazin Meedia veröffentlichte neulich allerdings ganz interessante Informationen über kinox.to. Demnach besuchten 1,2 Millionen Unique Visitors Kinox.to im Juli 2012, weniger als Besucher als es noch zuvor bei Kino.to waren, die Nachfrage nach solchen Portalen ist aber klar erkennbar. Und sehr wahrscheinlich ist ein Großteil der einstigen Kino.to User auch zu anderen Konkurrenten wie Movie2k, etc. gewechselt.

Interessant in diesem Zusammenhang ist sicherlich auch, die Studie der GFK, die eigentlich nie die Öffentlichkeit erreichen sollte, es bekanntlich aber doch getan hat. Dort heißt es zusammengefasst, daß “Kino.to-Nutzer die besseren Kunden der Film/Serien/Musik-Industrie” sind.

Demnach geben die Nutzer von kino.to & Co. deutlich mehr für Kinokarten und DVDs aus als der Durchschnitt der Deutschen. Und: Viele Nutzer schauen anscheinend nur den Anfang der Filme, um zu entscheiden, ob sie ihn im Kino sehen wollen oder nicht.

Interessant wäre in dem ganzen Zusammenhang sicherlich auch gewesen, wie sich die Nutzerzahlen im Netz entwickelt haben. Denn so wie ich diese Studie verstanden habe, bezieht sie sich lediglich auf örtliche Videotheken, nicht aber auf VoD-Portale wie Lovefilm, Maxdome, Videoload, und wie Sie nicht alle heißen. Gab es dort Nutzerzuwachse? Verluste, nach dem Kinox.to ins Netz gegangen ist? Doch bekanntlich weigert sich maxdome offizielle Nutzerzahlen (soweit ich weiß) preis zu geben. Wie das bei den anderen Online Videotheken ist, keine Ahnung.

Diskussion: Was denkt Ihr? Über das große Ganze, und nicht unbedingt nur über die neulichen Erkenntnisse der GVU. Blöd gefragt: Glaubt Ihr kino.to, kinox.to, movie2k.to, und die anderen Streamhoster schaden dem Internet mehr, als sie nutzen? Und was haltet Ihr von der GFK-Studie, die ja scheinbar nur deswegen nicht offiziell veröffentlicht wurde, weil die Auftraggeber mit dem Ergebnis nicht zufrieden waren?

Weitere Quelle: Meedia, Golem


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  • Gast

    Man kann wohl kaum davon ausgehen, dass Linkseiten wie Kinox.to tatsächlich dem Netz schaden. Und auch der Schaden bei den Verwertungsfirmen und all ihren Anhängseln ist nicht klar zu fassen. Dennoch bleibt eines festzuhalten: Laut der Anklage zu Megavideo ist den Verwertungsfirmen durch diesen Hoster ein Gesamtschaden von ca. 500 Mio. Euro entstanden. Und hier frage ich mich ernsthaft, ob die GVU zu Blöd ist mitzurechnen, oder es einfach nicht will. Megavideo hat nach eigenen Angaben jährlich 175 Mio. verdient. Wenn man nun das ganze hochrechnet auf die Jahre, die Megavideo online war, liegen die Einnahmen also deutlich über dem Schadenswert. Das heißt im Klartext, man könnte mit einem ähnlich gearteten aber legalen Geschäftsmodell durchaus Geld verdienen.
    Nur: Verharrt die Filmindustrie tatsächlich weiter auf ihren alten Geschäftsmodellen, ist ein langsamer Tod nur vorprogrammiert, denn die Streaminghoster und Linkseiten werden sie nie aus dem Netz bekommen, solange sich damit ernsthaft Geld verdienen lässt. Es wäre doch langsam mal an der Zeit, die eigenen Geschäftspraktiken und Geschäftsmodelle zu überdenken. Was spricht denn gegen Werbefinanzierte Portale, die topaktuelle Filme bringt. Die Kunden wären sicherlich begeistert und würden dreimal lieber ein solch legales Angebot nutzen, zumal wohl auch davon auszugehen wäre, dass dann eine bessere Qualität geliefert würde.
    Man muss sich doch nur einmal anschauen, wie das bereits bei myvideo läuft. Dort gibt es auch topaktuelle Serien in guter Qualität und ganz legal auf werbefinanzierter Basis. Wenn Megavideo damit kein Geld verdienen würde, würde man das doch nicht anbieten.

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