Kurzkritiken: Go On, Cybergeddon, MacGyver und der neue Citan, Hunted

Gepostet von am 09.01.2013

“What do you think Wyatt is on a scale from 1 to 10?” – “Come on. There’s no such thing as a 12.”

Originaltitel: Go On
Genre: Comedy
Season: 1 – Episoden 1 bis 10
Created by: Scott Silveri (Friends, Up all Night)
Cast: Matthew Perry, Laura Benanti, Julie White, Suzy Nakamura, Tyler James Williams, Brett Gelman, John Cho, Sarah Baker

Go On erzählt die Geschichte von Ryan King, dem pietätlosen aber erfolgreichen Sport Reporters einer gähnend langweiligen Radioshow, den ein gerade durchlebter Schicksalsschlag völlig aus der Bahn geworfen hat.

Nach dem Tod seiner Frau, nicht selbst nach Hilfe suchend, findet er sich gezwungenermassen in einer bunt zusammen gewürfelten Therapie Gruppe wieder, von der er nie wieder loskommen soll. Angeführt wird die Rasselbande von der sympathischen Lauren Bennett, die allerdings mangels Berufserfahrung so Ihre Problemchen mit Ihrer “Gang” hat. Und jeder dieser Erlesenen Teilzeit Patienten (vergesst das Teilzeit!) hat ebenso seine: da wäre die Lesbische Anwältin Anne, die nach dem Tod Ihrer Partnerin jeglichen Humor verloren hat. Yolanda, für die sich nach einer verflossenen Liebe alles viel zu sexuell anfühlt, erst recht Jazz Musik und am Bein reibende Katzen. Der schüchterne Owen Lewis, dessen geliebter großer Bruder im Koma liegt. Der Mysteriöse Mr. K, von dem man nicht soviel weiß, nur das er äusserst “merkwürdig” ist. Sonia, die den Verlust Ihrer Katze zu überwinden hat, es aber nicht schafft und sich aus Frust erstmal eine Überdosis an Katzen zulegt. Der blinde George, den Ärzte schon längst tot gesagt haben, die hispanische Fausta (eine tolle Haus-Köchin!), und Danny, der nach seinem Dienst beim Militär zu Hause seine Frau mit einem anderen viel jüngeren vorfindet, und einem Kind, das ganz definitiv nicht von Ihm ist. Ich hoffe mal, ich hab keinen vergessen, aber das dürften in etwa alle gewesen sein.

Was sich beim ersten lesen vielleicht etwas schadenfreudig lesen mag, ist es aber nicht wirklich. Und von “Blödel” Humor – was man ebenso annehmen könnte – würde ich auch nicht unbedingt sprechen, auch wenn die Gang immer mal wieder auf den Putz haut und nach dem Motto lebt: Regeln sind dazu da, um zu gebrochen zu werden. Go on lebt vielmehr von liebenswürdigen Charakteren, die voller Tatendrang (mal mehr mal weniger) die kleinen und großen Abenteuer des stinklangweiligen Alltags meistern und einem durchweg sympathischen Cast, angeführt von einem tollen Matthew Perry. So ziemlich das beste, was ich von Ihm seit dem Ende von Friends gesehen habe. Mr. Sunshine, seine Vorgänger Serie war ja nicht so unbedingt der Burner.

Originaltitel: Cybergeddon
Genre: Thriller, Verschwörung, Drama
Season: 1 – Episoden 1 bis 9
Created by: Anthony E. Zuiker
Cast: Olivier Martinez, Missy Peregrym, Manny Montana (Breakout Kings), Kick Gurry (Speed Racer)

Gustov Dobreff, ein berüchtigter Cyber Kriminelle bricht dank hohem IQ und Komplizen aus dem Knast aus, um sich an der Person zu rächen, die für seinen unangemessenen 0-Sterne Kurz-Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen verantwortlich ist: Chloe Jocelyn, eine FBI Ermittlerin, deren Leben fortan Kopf steht. Von den eigenen Leuten als Verräterin gejagt, muss Sie auf sich alleine gestellt, Ihre Unschuld beweisen, Dobreff in den Hintern treten, und zu allem Überfluß noch die Welt retten, die im von Gustov angerichteten Cyber-Chaos droht unterzugehen. So ganz alleine ist Chloe dann aber doch nicht. Mit Chase ‘Rabbit’ Rosen hilft Ihr ein Hacker-Freund aus alten Tagen, und unfreiwillig wird auch Chloe’s Partner Frank Parker mit reingezogen.

Hinter dem Projekt steckt CSI-Erfinder Anthony E. Zuiker, und man sieht dem ganzen auch an, daß man sich hier echt Mühe gegeben hat, wenigstens den einen oder anderen Special Effect einzubauen. Für Webserien eher unüblich und daher sicher lobenswert. Die Story ist bekannt und schon oft gesehen. Gut und böse klar definiert, und ein rasanter Wettlauf gegen die Zeit, um den Weltuntergang zu verhindern ebenso “alt”.

Zugegeben, es ist schon eine Weile her, wo ich Cybergeddon gesehen hatte, weswegen meine Erinnerungen schon längst verblasst sind. Was aber hängen geblieben ist: ich hatte die Webserie komplett geschaut, und das spricht schon mal für das Format, wobei nach der x-ten Verschwörung in Film oder Fernsehen solche Storylines einfach nur banal wirken, und man sich nebenher eher Gedanken um den Abwasch, oder Wäsche macht. Nicht aber um das, was als nächstes passiert. Was bleibt ist allerdings dennoch eine recht unterhaltsame Webserie, wobei solche Formate beim deutschen Publikum eh einen schwierigen Stand haben, was beispielsweise das Schicksal von 3min.de (Projekt wurde von der Telekom eingestellt) demonstrierte. Irgendwie auch schade!

Hier der Link zu Cybergeddon auf Yahoooooooooooooooo!

Originaltitel: MacGyver und der neue Citan
Genre: Webserie
Season: 1 (Drei Folgen)
Created by: Mercedes
Cast: Richard Dean Anderson

(weil Mac eben!)

Angus MacGyver, mittlerweile in die Jahre gekommen und Daddy einer gewitzten Teenager Tochter, fröhnt nach seiner Dienstzeit bei der Agency ein beschauliches Leben als “Call-911″ Handwerker. Und dieser Tag, sollte eigentlich auch einer dieser ganz normalen werden. Rein, Job erledigen, raus. Eben einer dieser stinklangweiligen.

Aber natürlich muss alles anderes kommen, und Mac während seines neuesten Aussendiensteinsatzes in ein weiteres brenzliges Schlamassel rutschen, als eine Truppe Bösewichte mit Gasmasken und Sturmgewehren alles lahm legt … nur eben nicht Angus! Und der weiß ja, was in solchen Situationen zu tuen ist.

Das das ganze Schleichwerbung für den neuen Citan ist (den man sich nicht unbedingt kaufen muss, aber natürlich kann), muss man wohl nicht erwähnen. Alles in allem aber ein toller Video Snack! Und schön zu wissen, daß Angus (eigentlich) endlich mal zur Ruhe gekommen ist ..

Lässt sich drüben auf Mercedes Benz online schauen.

Originaltitel: Hunted
Genre: Thriller, Verschwörung, Drama
Season: 1 – Episoden 1 bis 5 (etwa)
Created by: Frank Spotnitz
Cast: Melissa George, Adam Rayner, Stephen Dillane, Stephen Campbell Moore, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Morven Christie, Lex Shrapnel, uvm.

UK-TV Premiere am 4. Oktober 2012 bei BBC One.

Das Drama handelt von Sam, dargestellt von der australischen Schauspielerin Melissa George (The Slap, In Treatment), einer Top ausgebildeten Agentin, die für eine private “intelligence firm” arbeitet, und während eines Auslandseinsatzes einem Mordanschlag gerade so mit heiler Haut entkommen ist. Von hier an gerät Ihr ohnehin schon furioses Leben erst recht aus den Fugen. Wer waren die Attentäter? Alle Spurehn führen in die eigenen Reihen. Aber warum?

Als sie nach einer abstinenten Zeit im Untergrund, wieder in den Dienst zurückkehrt, weiß sie nicht mehr, wem Sie noch trauen kann. Der Geschmack von Verrat liegt in der Luft. Und der stinkt Sam. Mit einem Zitrone-Frisch-Toiletten-Spritzdingen ist es aber nicht getan. Ein unangenehmes Arbeitsklima in einem brutalen Metier. Und die Frage, die Sam antreibt ist eben die: wer war die miese Ratte, die Sie tot sehen wollte, und wahrscheinlich noch immer will …

Die Pilotfolge fand ich wirklich spitze, und wenn ich nur diese geschaut hätte, wäre mein Rating sicherlich besser ausgefallen (sieben Sterne; pimaldaumen). Aber hab ich nicht: ich wollte mehr. Und irgendwie war all das was danach folgte, über weite Strecken enttäuschend.

Hunted versucht ein ernsthaftes, düsteres Drama zu sein. Eine Mischung aus geheimnisvollen Agenten, etwas Action, teils eher unsympathischen Figuren wie beispielsweise einem widerlichen und skrupellosen Unternehmer, Agenten Führern die über Leichen gehen, kein Problem wenn Sie aus den eigenen Reihen kommen und anderen dubiosen Gestalten, die sich in der Unterwelt heimisch fühlen.

Kein Charakter Drama, daß die psychischen Abgründe der Hauptfiguren um Sam definiert. Sondern mehr so eine Art Agenten Drama, und ein Spielchen: wer ist hier der gute, und wer der böse? Selbst als Zuschauer hat man keinen blassen Schimmer und wird gleich zu Beginn in ein wildes Abenteuer von Agenten hinein gerissen. Erst nach und nach erfährt man mehr über die einzelnen Figuren.

Was furios beginnt, verfliegt dann recht rasch wieder. Was vielleicht an der Komik liegen dürfte (die in der “düsteren” Serie eigentlich nichts verloren hat), oder den unglaubwürdigen/übertriebenen Handlungssträngen. Beispiel: Das gut ausgebildete und äusserst schlanke Frauen, taffen und ebenso gut trainierten Schurken den Hintern nach aller Regel der Kunst versohlen können ist nach Formaten wie ALIAS, BUFFY oder NIKITA hinreichend bekannt. In den beiden genannten gehört das aber schon fast zum guten Ton. Wenn dann aber in einem Format wie dem neuen Projekt von Frank Spotnitz (Akte X) ein Fliegengewicht, einem übermächtigen 150 Kilo McFit-Dauerabonnenten in einer Nahkampf Prügelei minutenlang das Wasser reichen kann, kann ich mich nur am Kopf kratzen. In einer Serie, in der nie die Sonne scheint und stets düster und mysteriös daherkommen will, vergeht einem dann schnell der Appetit. Nur einer von vielen kleinen Dingen, die mich persönlich nicht fesseln konnten. Aber ist natürlich auch Geschmakssache, und Ihr seid vielleicht nicht so harsch bei solchen fragwürdigen Kloppereien. Mich nervt’s aber, manchmal. Meistens.


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