Leverage: Timothy Hutton “Mir hat einfach alles daran gefallen” (Interview)
Gepostet von Seba Canel am 27.09.2010
“Ich habe mit Apollo Robbins am Set gearbeitet und ein paar Tricks gelernt. Taschendiebstahl und verschiedene Ablenkungsmanöver, um die Leute geschickt zu täuschen. Es war toll mit ihm zu arbeiten. Wir haben alle mit ihm zusammengearbeitet.”
Die US-Serie Leverage kommt nach Deutschland, genauer gesagt zum Kölner Sender VOX, und was da so im groben und ganzen zwischen der einen gutmütigen Betrügerei und sich manch einem skrupellosen und fiesen Schurken abspielen wird, können wir uns mittlerweile ungefähr, grob skizziert vorstellen.
Auch ein paar wirklich interessante und wissenswerte Facts zu den jeweiligen Darstellern Timothy Hutton, Gina Bellman, Aldis Hodge, Christian Kane, sowie Beth Riesgraf und Ihren Rollen (Nathan Ford, Sophie Devereaux, Eliot Spencer, Alec Hardison und Parker) in der Fernsehserie wurden uns schon offenbart. Was jetzt vielleicht noch fehlt, ist ein kleiner, netter Einblick hinter die Kulissen.
Bildlich gibt´s den leider nicht – dafür aber verbal. In Form eines aufschlussreichen Interviews mit dem Hauptdarsteller Timothy Hutton, der in Leverage die Rolle des genialen Masterminds und hoffnungslos dem Alkohol verfallen Nathan Ford mimt. Aus dem Pressekanal von VOX:
Was gefiel Ihnen besonders am Script zu “Leverage”, als Sie es zum ersten Mal gelesen haben?
“Mir hat einfach alles daran gefallen. Das Konzept und einfach alles, was Dean Devlin und John Rogers mit ‘Leverage’ erschaffen haben. Mir gefällt die Idee von fünf durchgeknallten, verrückten Leuten, die nur als Gruppe zu funktionieren scheinen. Sie sind eigentlich alle Einzelgänger. Und jeder von ihnen denkt, dass er allein viel besser dran wäre. Aber in Wirklichkeit sind sie als Team unschlagbar. Und was diese Gruppe dann für die Menschen tut, die in vielerlei Hinsicht vom Schicksal gezeichnet wurden, macht einfach die tolle Story dieser besonderen Serie aus.“
Die Hauptcharaktere sind alle professionelle Diebe. Alle bis auf Ihren Charakter – Nathan Ford. Wie kommt er mit dieser Welt in Berührung?
“Es stimmt, der Charakter, den ich spiele – Nate – ist nicht wirklich ein Dieb, dafür aber ein sehr guter Profiler von Dieben. Durch seine jahrelange Arbeit bei einem großen Versicherungskonzern, kennt er jede nur denkbare Masche von Leuten, die versuchen, über Versicherungsfälle an Geld zu kommen. Er hat eine regelrechte Faszination für Betrügereien, besonders für die im großen Stil. Ich denke zu diesem Zeitpunkt seines Lebens will er Teil des Ganzen sein, zumindest so lange er damit Menschen helfen kann.”
Die Rolle scheint einige Parallelen zum Autor John Rogers zu haben…
“Ja, er hat auch immer einen Plan B in der Tasche, falls etwas schief geht. Und es geht meistens etwas schief. Unsere Pläne in der Serie funktionieren eigentlich nie so, wie zu Anfang gedacht.”
Aber macht es so nicht gerade am meisten Spaß?
“Es würde tatsächlich keinen Spaß machen, wenn alles perfekt funktionieren würde wie anfangs geplant. Für mich macht diese Serie all ihre Fehler und Umwege aus. Jeder der Charaktere muss für sich selbst nachdenken und jeder hat dabei seine Eigenheiten. Manchmal arbeiten alle aus dem Leverage-Team gegeneinander. Eigentlich weiß man nie, ob die Gruppe in der nächsten Folge noch zusammenhält. Jede Woche gibt es eine Art Comeback. Es ist schön zu sehen wie, trotz aller Widrigkeiten die ganze Gruppe letztlich zueinandersteht und sich ihrem Auftrag voll und ganz verschrieben hat.”
Und alle vertrauen sie Nate. Warum gerade ihm?
“Nun, ich denke, es ist Nate, da sie alle wissen, dass er niemals ein Dieb war wie die anderen. Dennoch ist er einer von ihnen, obwohl er noch nie in seinem Leben einen Strafzettel kassiert hat. Jeder in der Gruppe weiß, dass er Nate vertrauen kann, weil er niemals lügen würde und vertrauenswürdig ist. Aber sie spüren auch, dass er sich ein bisschen zu viele Gedanken macht. Oft denken sie, dass es einen einfacheren Weg geben würde, das Problem zu lösen, als den Weg, den Nate vorschlägt. Aber Nate nimmt alles lieber ganz genau. Genau hier entstehen die Konflikte zwischen ihm und dem Rest der Gruppe.”
Lassen Sie uns auch darüber reden, was hinter der Kamera passiert. Sie haben erwähnt, dass jeder der Seriencharaktere sein eigenes spezielles Talent besitzt. Welche besonderen Fähigkeiten haben Sie während der Dreharbeiten an Ihren Schauspielkollegen entdeckt, außer dem Schauspielern natürlich?
“Ich muss sagen, dass die gesamte Besetzung unglaublich ist. Mich überrascht bei meinen Kollegen gar nichts mehr. Sie sind alle so gut und lustig und rührend. Als wir das erste Mal zusammen arbeiteten, sahen wir das sofort ineinander und wussten gleich, dass wir uns während der Szenen vertrauen und auf den anderen verlassen können. Manchmal improvisieren wir während der Szenen und es kommen tolle Momente dabei heraus.”
Viele Schauspieler sagen, dass manche von ihren Charakterzügen in ihre Rollen mit eingeflossen sind. Wie viel Timothy Hutton steckt in Nate Ford?
“Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Es gibt immer irgendetwas von dir selbst, das mit deiner Rolle verschmilzt. Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Die Gemeinsamkeit von der Rolle und deinem eigenen Ich ergeben sich meist aus den Situationen in der Serie. Ich meine, jedem gefällt doch die Idee, einmal jemanden zu spielen, der die Bösen jagt. In einer Folge, die wir gedreht haben, geht es um Opfer des Hurrikans ‘Katrina’, die von Pfandleihern betrogen und um ihre Häuser gebracht werden. Ich denke jeder wäre gerne die Person, die die dubiosen Pfandleiher verfolgt und dann mit einem Schlag 400 armen Menschen ihr Haus zurück geben kann.“
Stimmt es, dass Sie zur Vorbereitung auf die Serie mit dem amerikanischen Illusionisten und Trickdieb Apollo Robins zusammengearbeitet haben?
“Ich habe mit Apollo Robbins am Set gearbeitet und ein paar Tricks gelernt. Taschendiebstahl und verschiedene Ablenkungsmanöver, um die Leute geschickt zu täuschen. Es war toll mit ihm zu arbeiten. Wir haben alle mit ihm zusammengearbeitet.”
Welcher Ihrer “Leverage”-Kollegen könnte nach diesen Lehrstunden mit Robins am ehesten einen Diebstahl begehen?
“Ach wissen Sie, wir haben jetzt schon viele Folgen abgedreht. Ich denke, zum jetzigen Zeitpunkt könnte jeder von uns ein kleines Ding drehen. Jep!”
Die US-Serie “Leverage” ist bereits international erfolgreich. Was ist es Ihrer Meinung nach, was den Zuschauern an der Serie gefällt?
“Ich denke, was das Publikum anzieht und jede Woche neu einschalten lassen wird, ist, dass jede Folge eine eigene kleine Geschichte und einzigartigen Diebstahl erzählt. Außerdem ist alles sehr unvorhersehbar. Eigentlich weiß man gar nicht, wie die Fünf die Sache durchziehen wollen. Die Dinge laufen furchtbar schief und das Vergnügen beim Zuschauen ist, zu sehen wie die Fünf von Plan A zu Plan B, zu Plan F wechseln und das alles in ein paar Minuten! Diese Gruppe passt eben vermeintlich nicht zusammen. Ich denke, das wird den Leuten wirklich Spaß machen zu sehen. Das größte allerdings wird sein, wirklich schreckliche Menschen, wirklich schlimme Betrüger zu sehen, die unschuldige Menschen ausnutzen und damit jahrelang durchkommen – und dann kommen wir Fünf – das „Leverage“-Team – und wir verweisen sie in die Schranken und schlagen sie mit ihren eigenen Waffen. “
“Leverage” – die neue US-Serie startet am 6. Oktober 2010 um 22:15 Uhr bei VOX als Free-TV-Premiere.
Tags: Dies und Das, Interview, Leverage, Timothy Hutton
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