Lie to Me – Warum ich echt ein bissle enttäuscht bin, und eine 4. Staffel mir schnurzpiepe ist!

Gepostet von Seba Canel am 22.12.2010

Versteht mich nicht falsch. Ich mag die Serie. Ich mag Lie to Me. Im Grunde genommen. ich hab´ mich sogar richtig drauf gefreut, als ich damals – zu jener Zeit da die Serie noch in den Kinderschuhen steckte – gehört habe, was sich Macher Samuel Baum da feines für uns ausgedacht hat. Mikroexpressionen. Menschliche Emotionen im Gesicht. Psychologie aus dem Alltag. Aus dem ganz normalen Leben. Und dann auch noch, basierend auf den wahren, wissenschaftlichen Erkenntnissen des Dr. Paul Ekman. Mei .. das las sich schon gut. Wie gesagt, stellt Euch vor wie ein junges Kiddie die Augen aufreisst, wenn es gleich was schönes geschenkt bekommt. So habe ich mich auch gefühlt. Meine Augen glänzten, mein Mund lächelte voller Vorfreude. Schon beim lesen des inhaltlichen Stoffes. Endlich mal was anderes. Was neues. Was nicht rein fiktives. Etwas das man sich anschauen kann und noch einen Nutzen davon hat. Denn seien wir mal ehrlich. Fiktive Serien haben wir schon reichlich im Fernsehen, und allzuviele brauch es nicht mehr, bis das TV-Programm aus allen Nähten Platz. So war es einmal …

Ich hab wirklich jede Episode verschlungen, mein ich zumindest. Oder zumindest fast jede. Aber mit den Folgen und den Staffeln (in Deutschland sind wir gerade bei Season 2, die Amis strahlen die dritte und vielleicht auch letzte derzeit aus) schwand meine anfängliche Vorfreude wieder. Vielleicht geht oder ging es Euch ja änhlich. Aber ich habe von Lie to Me erwartet, dass da auch ein gewisser, grosser Nutzen für uns Zuschauer mit von der Partie ist. Einer der uns “Normalos” was aus dem leben eines Spezialisten lehrt. Aber irgendwie ist dieser Lernfaktor nicht so unbedingt gegeben. Oder nur selten. Manchmal.

Anstelle dessen erleben wir irgendwelche fiktiven zusammengebastelten (teils obskure) Fälle, die ich auch bei anderen Formaten sehen kann. Nur dann und wann, mal hin oder mal wieder, werden bestimmte Emotionen grob abgehandelt. So als Häppchen zwischendurch. Gelegentlich werden auch mal ein paar Snapshots eingefügt, die prominente Persönlichkeiten beim Lügen zeigen. Aber eine bestimmte, tiefere Erläuterung der jeweiligen Emotionen bleiben aus. Oder irre ich mich? Von 45 Minuten einer Episode, gehen 44:45 Minuten auf die fiktive Story drauf, und wenn es hochkommt sehen wir in den übrigen 15 Sekunden ein paar Emotionen. Und das war´s dann.

Was bleibt ist ein reines Unterhaltungsformat. Ohne allzu grossen “Mehrwert”, mit Ausnahme eben der reinen Unterhaltung. Ein grosser Nutzen, mit einem grossen Lernfaktor für uns Psychodoc-Laien bleibt aber aussen vor. Oder wird nur so schemenhaft abgetan, dass man nur als Experte erahnen kann, welches “Mikroexpression” Lügner XYZ gerade zeigte, um diesen als Schwindler zu entlarven.

Dabei sind die Möglichkeiten eigentlich gegeben. Das “Know How” ist da. Dr. Paul Ekman, der Psycho-Doc, dem die Serie mehr oder minder gewidmet ist, war und ist am Set vor Ort. Er ist promoviert. Sein Fachwissen ist gefragt, geschätzt und erfolgreich in die Tat umzusetzen. Von CIA, FBI und anderen US-Behörden. Doch leider sieht man nicht allzuviel davon in der Fernsehserie … und wenn, dann von Episode zu Episode weniger .. Lernfaktor gleich Nullkommanull!

Das einzige was bleibt ist das Theme Intro. Das erklärt wenigstens noch den einen oder anderen psychoanalytischen Fact. Die eine oder andere menschliche Regung im Gesicht. Davon hätte ich persönlich mehr gesehen. IN DER SERIE. Und nicht bloss im 11 Sekunden Vorspann …

Ich bin nicht so der Klugscheisser! Ist wirklich nicht mein Ding. Ehrlich. Aber wenn man mich fragen würde, was man verbessern könnte, dann würd ich das antworten: “Einfach mal kurz das Bild für drei Sekunden einfrieren, eine Nahaufnahme der menschlichen Emotion zeigen und darunter die Erklärung um welche es sich handelt,” … das wäre schon eine echte Bereicherung gewesen. Ein Mehrwert!

Hätte, Würde, Könnte … Einfach nur Schade!


Tags: Dies und Das,



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