Mr. Sunshine – Pilot – Kurz Kritik

Gepostet von Seba Canel am 13.02.2011

“So sähe der Dialog zwischen Chandler, und Joey aus. Muahahaha” oder “weisste noch, damals, zu guten alten Friends Zeiten?”

Originaltitel: Mr. Sunshine
Genre: Comedy
Episode: Pilot – Staffel 1
Drehbuch: Matthew Perry Marc Firek, Alex Barnow
Darsteller: Matthew Perry, Allison Janney, Nate Torrence, Andrea Anders, James Lesure
TV Premiere: 9. Februar 2011 auf ABC

(IMDb User Rating)
(Seba)

Kurzinhalt
Im Zentrum der Handlung steht Ben Donovan, gespielt von Matthew Perry. Ben ist Betriebsleiter des Sunshine Center, einer Arena in San Diego, wo neben Eishockey, die unterschiedlichsten Events veranstaltet werden.

Der Arbeitslauf gestaltet sich dann und wann wieder ein wenig kompliziert, insbesondere wegen der unberechenbaren Chefin der Arena sowie den ungewöhnlichen Aufgaben und Anfragen die es zu bewältigen gibt. Allerdings ist weder das eine, noch das andere, die grösste Sorge von Ben.

Vielmehr merkt er erst jetzt wo er die 40 erreicht hat, was aus Ihm geworden ist: Ein selbstsüchtiges Arschloch, den nicht interessiert, was sein Umfeld für Gefühle hat. Aber man ist ja nie zu alt, um sich zu ändern. Wenn man den will. So lebt Ben also mit seiner Midlife Crisis vor sich hin, und tut was er tuen muss ..

Kurzkritik
Immer wenn ich an Matthew Perry denke, muss ich zugleich auch an die komplette Bagage der “Friends” denken, an Joey (Matthew LeBlanc), dem Chandler (Perry) immer Vorlagen lieferte, die der Holzkopf dann dankenswert einnickte. Die Pointe saß. Der Witz auch. Und als Zuschauer musste man lachen. Manchmal sogar so derbe, dass die Augen anfingen Tränen auszupullern. Dreamteam-like. Ja. Das war es.

Aber zugegeben waren die Gags bei den Friends meist etwas “platt”, simpel gestrickt. Etwas dämmlich. Doch als Zuschauer hatte man sich dran gewöhnt, und wahrscheinlich war es eben diese Art Humor, die ein geschätztes Milliarden Publikum dazu bewegte, sich die Abenteuer der sechs New Yorker Freunde anzuschauen.

Mit der Comedy “Mr.Sunshine” versucht auch Matthew Perry nun erstmals an die supermegaerfolgreiche Sitcom aus den 90er Jahren anzuknüpfen und wieder einmal, nach langer Abstinenz, Akzente im Serien-Biz zu setzen. Und zwar anders als zuvor. Die Gags sind nicht so, wie wir Sie von einem Chandler kennen. Klar. Ab und an hab ich mich auch mal dabei erwischt, in Ihm noch den alten Yankee-Lausbube zu sehen, aber irgendwie ergab dieser Gedanke keine klare Struktur, sondern war mehr Wunschdenken.

Was aber vielleicht auch gut ist. Mr Sunshine ist anders als Friends, auch wenn eine Ex-Friends Star mit von der Partie ist. Der Humor ist nicht so “platt”, er ist aber auch nicht so intelligent untergehoben, dass Ihn nur ein Veteran von studiertem Dr. Dr. Dr. Professor verstehen würde. Vielleicht ein Mittelding, so dazwischen. Auch fliegen die Gags nicht so daher, sondern versuchen mit den teils etwas übertriebenen Darstellungen (Storyboard) zu verschmelzen. Was aber auch wieder für den einen oder anderen Schmunzler sorgt.

Festzuhalten bleibt, dass wir einen gealterteten Perry sehen, der die Zeit mit den “Friends” zwar hinter sich gelassen hat, dennoch sehr von Ihr geprägt worden ist. Oder vielleicht ist gealtert nicht das richtige Wort: Gereift, ist vielleicht zutreffender.

Perry ist in “Mr. Sunshine”, auch nicht mehr der Witzvorleger wie wir Ihnen kennen, sondern muss die Jokes jetzt selber eintüten.

Ohne Joey, dafür mit James Lesure, (der einen “verhassten” Arbeitskollegen von Ben mimt) den man vielleicht aus der zweiten Staffel Lipstick Jungle (als Nico´s Boss und späterer Liebhaber), Allison Janney, der egozentrischen Arena-Chefin, die bei einem Fotoshooting gerne mal kleiner Kinder auf den Boden knallen lässt, wenn Sie sich von “Clowns” bedroht fühlt. Dann wäre da noch Andrea Anders (Better of Ted), die heisige Marketingleiterin und Ben´s Fick für zwischendurch, die sich auch allzugerne mit anderen Kollegen durch die Arena vögelt. Was wieder für die eine oder andere Komplikation sorgt, die letzten Endes die Main Story der Comedyserie ausmacht: Durch Sie erfährt Ben erst, was er eigentlich für ein egoistischer Schweinehund ist.

Ich weiss ehrlich gesagt nicht wieso, aber mir fällt es schon beim schauen von Mr. Sunshine schwer, “Chandler” aussen vor zulassen, und mich auf Ben zu fixieren. Irgendwie zischen meine Synapsen immer hin und her, nach dem Motto: “So sähe der Dialog zwischen Chandler, und Joey aus. Muahahaha” oder “weisste noch, damals, zu guten alten Friends Zeiten?” Es klingt bescheuert, aber es ist so .. Chandler war für Matthew Perry die Rolle seines Lebens .. und eine Rolle seines Lebens reicht doch eigentlich, oder nicht?

Falls Ihr ihn noch nicht gesehen habt, hier nochmal der Trailer zur ABC Comedy, Mr. Sunshine. Links zu Stream Seiten, wo Ihr den Piloten online sehen könnt, findet Ihr z.b. auf tvwhat.


(Youtube)


Tags: Comedy, Editor Picks, Meinungen, ,



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