Raising Hope – 1. Staffel (Teil 1) – Kurz Kritik

Gepostet von Seba Canel am 07.01.2011

“DIE da, DIE da im Fernsehen, das könnten wir sein. Du oder ich. Vielleicht nicht genau DIE. Aber so ähnliche. So ähnliche Typen. In ähnlichen Situationen. Nicht genau dieser Situation, unter diesen Umständen. Aber so ähnlich eben!”

Originaltitel: Raising Hope
Episoden: 1. Staffel – Episoden 1 bis 11 (Teil 1)
Genre: Sitcom, Comedy
Schöpfer: Gregory Thomas Garcia
Darsteller: Lucas Neff, Martha Plimpton, Garret Dillahunt, Shannon Marie Woodward
TV Premiere: 21. September 2010 (USA) bei FOX

(Seba)
(IMDb User Rating)


Kurzinhalt:
Jimmy ist 23 Jahre alt, reinigt Pools, feiert Partys, wohnt noch immer zu Hause bei seiner sonderbaren Familie – bestehend aus seiner Omi Maw Maw, seiner Mutter Virginia und seinem Vater Burt – und hat eigentlich nicht so sonderlich hohe Erwartungen in seinem Leben.

Doch nimmt sein Leben eine radikale Wende, als ein One Night Stand mit “Lucy” schiefgeht. Es stellt sich heraus, dass Sie eine gesuchte Schwerverbrecherin ist, die alsbald hinter schwedischen Gardinen landet. Als Jimmy Sie einige Monate nach diesen Ereignissen im Gefängnis besucht, wartet eine Überraschung auf Ihn: Der One Night Stand hat Lucy ein Kind geboren und Jimmy darf sich fortan alleine um das Neugeborene kümmern, da Mummy die Todesstrafe erwartet.

Die Familie ist nicht sonderlich begeistert, als Jimmy kurz drauf mit “Prinzession Beyonce” (so heisst die kleine anfangs) zu Hause antanzt, zumal Sie schon genug eigene Probleme und Sorgen haben. Und vor allem aus einem Grund: Sie beide bekamen Jimmy als Sie gerade 15 Jahre alt waren und haben in der Erziehung alles falsch gemacht, was man falsch machen kann und das gleiche jetzt nochmal zu durchleben, darauf haben Sie überhaupt keinen Nerv. Jimmy´s Cousin Mike interessiert sich mehr um sein eigenes soziales Leben und die altersdemente kettenrauchende Maw Maw ist auch keine sonderlich grosse Stütze.

Also muss Jimmy – der Willens ist ein guter Daddy zu sein und Verantwortung zu übernehmen – sich mehr oder weniger, anfangs alleine um “Hope” kümmern, mal abgesehen von den nützlichen Baby-Tipps, die er von der bissigen Supermarkt-Kassiererin Sabrina bekommt.

Trailer

(Youtubelink)

Kurz Kritik
Was hast Du gemacht, als Du Daddy (oder Mammy) geworden bist? Was würdest Du machen, wenn auf einmal ein kleiner Spatz vor der Tür steht und aufs Lätzchen sabbernd seine ersten ersten Wortlaute von sich gibt, die da klingen wie: “Mami”. “Papi”. Würdest Du soweit wegrennen wie Du nur kannst, oder Dich der Herausforderung stellen, und versuchen Sie bestmöglich zu meistern? Das ist genau die Frage, die sich Jimmy stellen muss. Er tut´s und entscheidet sich für´s Daddy sein.

Doch so jung und “unerfahren” gestaltet sich das alles als schwierig. Und darauf baut die Serie auf. Der Humor der Serie. Auf die amüsanten, schmunzelswerten Chaotiken und Improvisationen, die aus einem Jüngling als Papa und seiner sonderbaren Familie resultieren. Wer jetzt denkt, dass auf Kosten des Kindes gelacht wird – Dont worry – dem ist nicht so.

Vielmehr sind des die Tücken des Daddy, Grandpa, Grandma und Uroma-daseins die für jede Menge subtile und ulkige Momente sorgen. Bedingt und gepushed durch Naivität, Leichtsinn und die Charaktere selber. Manchmal wird der Spass zwar dick aufgetragen und Sprüche, sowie Situationen abgedroschen, aber immer so, dass es nichts ins abgespackte abschweift. Zumindest nicht ins richtig abgespacte. Sondern mehr oder minder sichtlich erheiternd ist. Und wie gesagt, es wird nicht über die zum Knuddeln-süsse Hope gelacht, sondern die Erwachsenen Protagonisten, wie Sie ein ums andere mal, gekonnt ins Ach-so-menschlich-unerfahren Fettnäpfchen treten.

Müsste man den Humor der Serie in Worte fassen, dürfte vielleicht “Naiv” eines der zutreffenden relativen Merkmale sein. Dilletantisch, vielleicht auch. Oder dämmlich. Aber nicht so dämmlich, dass es bescheuert oder unzumutbar wäre, wie bei manch anderem überspitzten Format.

Nein. Raising Hope, erzählt einfach nur die herzerwärmende Geschichte eines Jünglings, der sein ganzes Leben umkrempeln und eine – äusserst ungewohnte – neue Lebenslage meistern muss. Koste es was es wolle. Und seine Familie gleich mit! Ob Sie es wollen oder nicht.

Und hey, seien wir doch mal ehrlich. In jedem Leben eines Menschen, kommt früher oder später der Tag, an dem wir uns einem Lebenswandel unterziehen müssen. Uns den Umständen entsprechend neu anpassen müssen. Ob das jetzt eines Kindes wegen ist, sei mal dahingestellt. Aber was ich eigentlich damit sagen will: “DIE da, DIE da im Fernsehen, das könnten wir sein. Du oder ich. Vielleicht nicht genau DIE. Aber so ähnliche. So ähnliche Typen. In ähnlichen Situationen. Nicht genau dieser Situation, unter diesen Umständen. Aber so ähnlich eben!”


Tags: Meinungen, Sitcom, ,



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  • http://gamesundgadgets.blogspot.com/ Peter

    sieht auf jeden Fall sehr interessant auf, ich bin gespannt. erinnert mich indirekt an weeds

  • http://www.serien-load.de/blog/who-the-f-is-seba/ Seba Canel

    Kommen nur keine Drogen drin vor. Keine Dealer und auch keine Drive-by-Shoots! ;)

  • http://rapresent.me David

    Sehr schöne Review! Bis die Serie auf Deutsch kommt wird es sicher noch ewig dauern, von daher muss ich wohl mal bei Amazon schauen was die US-Version kostet.

  • Tanja
  • http://rapresent.me David

    @Tanja
    Perfekt. Danke!

  • http://www.geburtstag-kostenlos.de Andre

    Ich finde es traurig, dass man sich in Deutschland immer so lange gedulden muss, bis interessante TV-Formate aus den USA hier ausgestrahlt werden. Naja, da heißt es wohl erstmal warten. Sieht aber sehr vielversprechend aus.

  • http://www.serien-load.de/blog/who-the-f-is-seba/ Seba Canel

    @Andre: Ist halt ne schöne neue Comedy; Ersatz für eingestellte Formate wie Scrubs! Ja .. und hast recht .. ist echt schade, dass es immer solange dauert .. aber steckt auch viel arbeit dahinter: Die deutschen Sender müssen die Deutschlandrechte für die Serien bei den Amis kaufen. Das ist meist nicht billig, und zudem auch noch ein recht hohes Risko – da die eigen produzierten Trash Formate um einiges Billiger sind und sehr wahrscheinlich die gleichen Quoten einfahren, wie der IMPORT es täte …

  • Tanja

    @Re: David – bitte, bitte. Nichts zu danken!

    ;)

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