Being Erica – 1. Staffel – Kurz Kritik

Gepostet von Seba Canel am 08.01.2011

“Being Erica ist ein bisschen wie die Filmreihe Butterfly Effect. Oder eigentlich genauso .. nur nicht so reichhaltig an Action, und mehr fokussiert auf das ganz gewöhnliche Drama des stinknormalen sozialen Lebens sowie auf die Scheissmomente, die eben jenes zu bieten hat!”

Originaltitel: Being Erica
Deutscher Titel: Being Erica – Alles auf Anfang
Genre: Drama, Comedy, Fantasy
Schöpfer: Jana Sinyor
Darsteller: Erin Karpluk, John Boylan, Kathleen Laskey, Joanna Douglas, Devon Bostick, Dan Redican
TV Premiere: 5. Januar 2009 auf CBC
Deutschland Premiere: 6. Januar 2011 auf ZDFneo

(IMDb Rating)
(Seba´s Rating Serienauftakt – Episode 1)

“Wer hat an der Uhr gedreht, ist es, wirklich schon so spät?! Was wäre wenn? Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er dann die Katze gekriegt?”


Kurzinhalt:
Erica Strange ist eine 32-jährige junge Frau, und steht in der Blüte Ihres Lebens, sollte man meinen. Ja. Ne. Nicht so wirklich. Sie ist der klassische ewige Single, und glaubt selber, von Fehltritten, Missgeschicken und natürlich dem pech verfolgt zu sein. Sie hat einen Job im Kundenvertrieb, der Ihr Auskommen sichert. Und sie hat einen Zahnarzt kennen gelernt, der sich eigentlich als vielversprechender “Freund” empfiehlt.

Während all Ihre Freunde heiraten, die ersten eigenen Häuser kaufen und auf der Karriereleiter eine Stufe nach der anderen erklimmen, geht es Erica genau andersherum. Das Schicksal meint es nicht so wirklich gut mit Ihr.

Eines Tages, nach einer Verkettung unglücklicher Ereignisse, trifft Sie auf Mr. Tom. Einen Therapeuten, der allem Anschein nach eine ganze Menge über Sie weiss. Tom bietet Ihr einen Deal an: “Wenn Erica ihr Leben in den Griff bekommen will, solle sie ihm eine Liste ihrer größten Lebensfehler überlassen. Erica bekäme dann die Chance, in ihre Vergangenheit zu reisen, um alles anders zu machen. Kann sie (Fehl-) Entscheidungen von früher tatsächlich rückgängig machen? Und wenn ja, hat das dann nicht auch Auswirkungen auf ihr jetziges Leben?”


(Youtube)

1. Basics
Being Erica – Alles auf Anfang ist eine kanadische Fernsehserie von Jana Sinyor, die anfänglich The Session (Die Sitzung) heissen sollte. Die Serie samt seiner ersten 13 Episoden starken ersten Staffel premierte am 5. Januar 2009 beim kanadischen Sender CBC. Die zweite Staffel ging noch im selben Jahr (Herbst) auf Sendung. Allerdings umfasste Season 2 lediglich 12 Episoden, aufgrund von Budgetkürzungen bei CBC. Im Mai 2010 wurde grünes Licht für eine dritte Staffel gegeben, die im vergangenen Herbst in Kanada startete. Bis heute ist die Serie noch nicht (!) eingestellt.

2. Erica
Erica ist die Hauptprotagonistin der Serie und wird von Erin Karpluk dargestellt. Erica ist 32 Jahre jung, Jüdin und hat eine gute Erziehung genossen. Allerdings ist Sie nicht gerade verwandt mit Gustav Gans: Aus Ihrem lezten Job, einer hirnlosen Arbeit im Kundenservice wurde Sie gefeuert, mit der Begründung, dass Sie überqualifiziert sei. Erica hat einen Master Abschluss in Englisch und Literatur. Sie selbst glaubt, dass für Ihr heutiges Dilemma, viele Fehlentscheidungen in Ihrer Vergangenheit verantwortlich sind. Nach dem Motto: “Wenn ich das nicht gemacht hätte, wäre alles anders gekommen”.

Die deutsche Snychronisationsstimme liefert Anja Stadlober, einer meiner ganz grossen Lieblingsstimmen.

3. Dr. Tom
Dr. Tom ist der Therapeut der anderen Art, der Erica es ermöglicht, Ihr Leben aufzuarbeiten. Er hat sowas von Gregory House (Dr. House) und der Art eines belesenen kleinen Klugscheissers, zumindest was die Lebensweisheiten angeht. Jetzt nicht im Stile eines Korinthenkackers, sondern vielmehr stilsicher: So ziemlich jedes Mal, wenn Tom den Mund aufmacht, zitiert er eine Grösse der Philosophie (etc.): Sei es nun Talmud oder Laotse oder sonstwer. Tom ist im Grunde ein feiner Kerl, der seinen Patienten helfen will – im aktuellen Fall versucht er Erica die Augen zu öffnen.

4. Butterfly Effect
Being Erica ist so eine Mischung aus “Butterfly Effect” und Lebensdrama. Dr. Tom ermöglicht Erica mit Ihrer Vergangenheit aufzuräumen. Mit den Dingen, von denen Erica glaubt, dass Sie für Ihre heutige “prekäre” Lage verantwortlich sind. Wie das geht? Mit Zeitmaschine: Erica reist in die Zeit zurück, wo sich Ihre schicksals-befleckten Ereignisse zugetragen haben. Und jetzt, an Weisheit um Jahre gealtert, kann Sie die damaligen Fehltritte besser machen!

Das Problem bei der ganzen Sache: Verändert man ein kleines Detail, nimmt der Lauf der Geschichte eine gänzlich andere Wendung. Aber ist diese NEUE Geschichte, jetzt die richtige? Die bessere? Verändert dies Erica´s heutiges Leben? Ihr heutiges Schicksal? That´s the question.

5. Sonst so wissenswert
Being Erica ist nicht das Drama, nach dessen Anschauen, man zum Klo rennt und aus Kübeln kotzt. Es ist aber auch nicht die Art von Serie, bei der man ununterbrochen die Zähne aufeinander pressen muss, damit man nicht in masslosen Lachanfälle ausbricht. Nein. Being Erica ist weder noch. Vielmehr eine Mischung aus zahlreichen Elemente. Hier ein bisschen von, da ein bisschen von.

Touche! Der Humor beschliesst sich nicht nur auf Erica´s Fehltritte, die nebenbei gesagt, nicht ins theatralisch megalächelige gezogen werden, sondern vielmehr nur den Übergang zum weiterführenden Plot liefern. Witz wird durch den einen oder anderen Bissigen Dialog erzeugt. Oder durch gewöhnliche Lebensbotschaften. Durch das stinknormale Leben an sich. Die Begebenheiten an sich, die Kleinigkeiten im miteinander. Die Fettnäpfchen und Dilemma des normalen sozialen Lebens, die jeder von uns kennt. Sei es ein Freund, der uns versetzt, jemand der uns mal trietzt, oder sonstwas. Erica bekommt nur eben die volle Packung ab!

Neben all den Fettnäpfchen, den aufgetischten Lebens-Weisheiten aus dem Munde von Dr. Tom, ist ein weiteres wiederkehrendes Element, die Erzählweise der Serie: Erica kommentiert hin und wieder in Form eines Erzählers Ihr eigenes Leben, dies und das, und das was Sie so gerade denkt. Was nicht nur die die Serie bereichert, sondern die Hauptfigur sympathischer macht.

Schlusswort: “Being Erica ist ein bisschen wie die Filmreihe Butterfly Effect. Oder eigentlich genauso .. nur nicht so reich an Action, und mehr fokussiert auf das ganz gewöhnliche Drama der stinknormalen sozialen Lebens sowie auf die Scheissmomente, die dieses zu bieten hat”

Wann die nächsten Folgen Bein Erica laufen, könnt Ihr im TV Programm Eurer Wahl, oder zum Beispiel auf fernsehserien.de nachlesen.


Tags: Dramedy, Meinungen, News, , ,



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  • http://www.shendo.de/ stellshagen

    Die Serie ist klasse. Ich stehe auf Zeitreiseserien. Und dazu noch extrem unterhaltsam. Ich habe ein paar Mal herzlich gelacht. Leider ist mein Empfang von ZDFneo manchmal eher mäßig, daher konnte ich nicht alle Folgen sehen. Vielleicht sollte ich mir die DVD-Box zulegen.

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