Interview: Jonny Lee Miller und Lucy Liu über ‘Elementary’, Sherlock, Intelligente Drehbücher und Benedict Cumberbatch’s Reaktion
Gepostet von Seba Canel am
Die Guys von Collider hatten bei der 2012 Comic Con das Vergnügen, gemeinsam mit Jonny Lee Miller und Lucy Liu über deren neue CBS Serie Elementary zu plaudern. Eine weitere Neu Interpretation (ähnlich wie die BBC Version) der klassischen Basic-Story um den Meister Detektiv Sherlock Holmes (Miller) und seine rechte Hand, Dr. Joan Watson (Liu), die im Herbst diesen Jahres im US-Fernsehen premiert (und demnächst irgendwann bei ProSiebenSat.1 laufen soll). Im Gegensatz zur britischen Variante mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman, die in London handelt, spielt die amerikanische Version in den tiefen Schluchten und Abgründen in New York City. Zwischen all den “Normalos” im Big Apple, trägt Watson dafür Sorge, daß der gerne zwischen Genie und Wahnsinn pendelnde Holmes seinen Job machen kann: Verbrechen aufzuklären.
Im Interview erzählen die beiden, was Sie dachten, als Sie das Drehbuch für die Pilotfolge in die Hand gedrückt bekamen, warum Sie glauben, daß sich die Zuschauer mit den Charakteren identifizieren werden, warum düstere Ecken und Kanten gar nicht so schlimm sind und was eigentlich Benedict Cumberbatch zu Miller gesagt hatte, als die zwei sich erstmals darüber unterhalten haben, beide “hoch-intelligent zu sein”.
Was war Eure erste Reaktion, als Ihr das Pilot-Drehbuch gelesen habt, und ebenso auf die dürftige Nüchternheit, die Teil des Handlungsbogen um Eure Charaktere sein wird?
Jonny Lee Miller: Das Element hat mich sofort in den Bann gezogen. Charaktere, die Probleme haben und bei denen es pikante Dinge gibt, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen machen viel mehr Spaß sie darzustellen, insbesondere wenn man versucht da eine Balance mit einem vermeintlichen Genie reinzubringen, was leichter gesagt als getan ist, wenn die Probleme [dem Genie] nicht schmecken. You know, give him an edge. Und diese Kante führt uns auch direkt in die Beziehung, die Holmes und Watson miteinander haben. Ich find das klasse, etwas mehr Düsterheit und einige [persönliche] Probleme, das macht das ganze etwas kantiger, was wir nicht so häufig bei Network Television Shows haben. Also, ich war sehr glücklich [mit dem Drehbuch].
Lucy Liu: Ich glaube schon, daß es da das eine oder andere Mystery element gibt, daß die Charaktere “geschädigt” erscheinen lässt, und CBS somit ein großes Risikio in Kauf nimmt, jemanden ins Netzwerk [an Serien] aufzunehmen, der eine lange Geschichte mit Drogen – oder was auch immer – hinter sich hat.
Ich denke, [in Elementary] gibt es was düsteres und das erlaubt, in andere Gefilde vorzudringen. Watson ist ein Charakter der sich hinter sich selbst versteckt, und auf sich selbst schauen und mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen sollte – [beispielsweise] Ihrem Rauswurf [im alten Job]. Sie hat viel an Respekt und Integrität verloren. Sie ist weitaus unsicherer, als Sie es erahnen lässt – nur Sherlock durchschaut Ihr Spiel. Sie versucht [Sherlock] zu helfen, aber die Realität ist die, daß Sie ihm eigentlich nur hilft, um sich von Ihren eigenen Problemen abzulenken.
Miller: Ich denke, Zuschauer identifizieren sich genauso gerne mit Menschen, die mit Ihren Problemen hadern und einfach versuchen, so ein guter Mensch zu sein, wie eben möglich. Wenn da jemand ist, der vorgibt ein Meister-Detektiv zu sein, dann ist das viel interessanter, diesem manchmal bei seinem [eigenen Hadern, seinen Fehlern und Schwächen] zuzuschauen.
Liu: Ich denke, die Idee eines Rückfalls ist eine großartige Sache, weil es Dir die Möglichkeit gibt, auf die Nase zu fallen, und wir Menschen fallen immer wieder auf die Nase, und dann müssen wir wieder aufstehen. “Nicht die ganze Zeit straight spielen zu müssen”, ist ein wichtiger Aspekt für einen Schauspieler. Man kriegt die Möglichkeit auf den Arsch zu fallen, und dann wieder aufzustehen.
Sherlock Holmes ist hoch intelligent. Ist es einschüchternd so eine Rolle zu spielen?
Miller: Huh? Are you saying…? Glücklicherweise muss ich [die Drehbücher] nicht schreiben, was gut ist. Ich meine, ich liebe die Art wie Rob (Robert Doherty) schreibt und ich habe uneingeschränktes Vertrauen in Ihn. Ich liebe seine Drehbücher. Also, yeah, auf die eine Weise, fühlt es sich gut an, so jemanden hinter Dir zu haben, und zu wissen, daß man solch wunderbare Worte zu sagen hat. Es fühlt sich gut an. Es ist schön vorzugeben, man sei intelligent. Alright everyone!
Ihr hattet beide schon Rollen in Frankenstein. Könnt Ihr uns was darüber sagen, und wie Ihr Euch auf zwei solche ikonischen und völlig verschiedenen Rollen vorbereitet habt?
Miller: Es würde den ganzen Nachmittag dauern, also kann ich keine ausführliche Antwort geben. Aber, es war eine der tollsten Erfahrungen in meiner beruflichen Karriere, die ich jemals in meinem Leben hatte. Ich liebe das Theater und hatte die Möglichkeit bekommen, richtig tolle Arbeit abzuliefern.
Ich denke, der Hauptaspekt bei den beiden [neuen] Rollen ist, daß man während des ganzen Drehs mit diesen zwei Figuren leben muss. “You see it from here and you see it from there. You get to really work in depth with another actor and share in stuff. You never get to share like that because for it to be a success, there can be no room for the ego, like “That’s my idea.” “I don’t like the way you’re doing that.” There’s no one-upmanship. In the end, we were exchanging ideas. We would borrow stuff from each other quite openly. You never get that in the acting experience with other actors. You can get on with people really well but you never like really share in stuff.”
Hast Du schon mit Benedict Cumberbatch darüber gesprochen, Sherlock zu spielen? [Cumberbatch stellt in der BBC Version von Sherlock die Hauptfigur dar]
Miller: Natürlich. Ich wollte ihm versichern, daß [der amerikanische Sherlock] verschieden genug ist [Prestory (Link)] und er freute sich für mich. Er war sehr couragiert und wir plauderten eine Weile darüber. “We haven’t had a chance to get together a lot recently. It’s a wonderful character to play and he wanted to pass that on. We discussed that for a minute. Yeah. You know it’s a strange one.”
Link zum Original Interview (englisch) bei .
Elementary Staffel 1 premiert am 27. September 2012 beim US-Sender CBS.
Tags: Features, S/Talkcast, Benedict Cumberbatch, Elementary, Interview, Jonny Lee Miller, Lucy Liu, Sherlock
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