Lara Pulver über ‘Sherlock’ Staffel 2, Irene Adler’s Nacktszene, und Ihr US-TV Debut in ‘True Blood’

Gepostet von Seba Canel am

Die zweite Staffel der BBC Serie Sherlock, starring Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und Martin Freeman als Dr. John Watson, kehrt ab dem 17. Mai mit drei neuen Krimis – “Ein Skandal in Belgravia“, “Die Hunde von Baskerville” und “Der Reichenbachfall” – in die ARD zurück. Mit Setting im 21. Jahrhundert, kämpft das Duo gegen die übelsten Verbrechen, die die Moderne zu bieten hat. Das inkludiert das anspruchslose Mastermind des Bösen, James Moriarity (Andrew Scott), der nichts weiter will, als die komplette Welt zu beherrschen. Plus: eine dritte Staffel Sherlock ist bereits vor Augen, die im Januar 2012 vom britischen Network offiziell bestellt worden ist.

Collider hat ein exklusives Interview mit der britischen Schauspielerin Lara Pulver (sie verkörpert in Sherlock’s Series 2 die Domina Irene Adler) geführt, in dem Sie darüber sprach, wie es zu dem Engagement in der BBC Crime Serie gekommen ist, was Sie an der Rolle verzückt hat, die Herausforderung eine Domina zu spielen, wie ängstlich sie war sowas wie ein Love Interest für Sherlock Holmes zu sein, über den Dreh der Szene in der Sie völlig nackt war, die gemeinsamen Dreharbeiten mit den Show Stars Benedict Cumberbatch und Martin Freeman und darüber, daß Sie gerne für eine weitere Episode zurückkehren würde, wenn es noch einmal eine tolle Idee für Ihren Charakter geben würde. Ebenso sprach Pulver über Ihre kurze Zeit in der 4. Staffel der HBO Serie True Blood, welche Projekte Ihr besonder Spaß machen und daß Sie sehr gerne mal bei einem Broadway Musical mitmachen würde, irgendwann einmal.

Das Interview gibt es in voller Länge, in englisch und in der Originalfassung, auf Collider . Ab den nächsten Zeilen folgt an dieser Stelle die eingedeutschte Version, manchmal etwas freier übersetzt. Und sollte das der Übersetzung wegen nicht immer so rüberkommen, lasst es Euch gesagt sein: Lara Pulver ist eine ganz Nette!

Also, auf geht’s:

Collider: Wie kam es zu Deinem Engagement in Sherlock? Sind Sie mit der Rolle auf Dich zu gekommen, oder warst Du diejenige, die nachfragte?

Lara Pulver: Die Chance hat sich ergeben, nachdem ich gerade eine TV-Show in Großbritannien gemacht habe, Spooks – Im Visier des MI5. Ich war gerade fertig und mir wurde das Skript zu Sherlock in die Hand gedrückt, damit ich im Flugzeug was zu lesen habe. Ich hab dann reingelesen, und wollte den Piloten am liebsten dazu zwingen, mit der Maschine sofort wieder umzukehren. Es war so ein geiles Drehbuch. Als ich dann in Los Angeles angekommen war, setzte ich mich hin und nahm mich selbst auf Tape auf, die Szenen lesend, hab die Aufnahmen abgeschickt und sie haben geantwortet. Wenige Tage später bin ich dann wieder nach London geflogen, um mich mit den Produzenten zu treffen und die Szenen noch einmal mit Benedict (Cumberbatch) durchzuspielen. Am nächsten Tag hatte ich dann den Job, und die Proben begannen wenige Tage später.

Gab’s da irgendwelche Aspekte an Irene Adler, mit denen Du Dich selbst identifizieren konntest, oder warst Du mehr an der Rolle interessiert, weil Sie das komplette Gegenteil von Dir ist?

Pulver: Beides trifft zu. Ich bin keine Domina des Nachts (wenn ihr das meint). Es war wirklich interessant, alles quer durchs Beet zu sehen, von Porno bis zu Burlesque. Das ganze war wirklich, wirklich interessant. Ich hab mich damit auseinander gesetzt, wie Frauen wie Dita von Tesse sich selbst vermarktet haben. Einige verstehen den Beruf als Machtspielchen, und wieder andere versuchen nur Geld zu verdienen. Es war eine ganz neue, sehr interessante Welt für mich. Da ist das physische gegen das mentale, was mir meiner Meinung nach liegt. Die mentale Stimulation oder Anregung überwiegt der physischen Seite, und manchmal kann man einfach in die sinnliche Seite eintauchen.

(Ich hoffe, daß ich das jetzt richtig übersetzte, ansonsten gnade mir Lara Pulver. Im Original liest sich das so: “There must be huge aspects of me in it because you’re acting from personal experience just as much as what you’re layering the character with, from what’s in the script.”) Es muss eine große Übereinstimmung mit mir geben, weil man auf eigenen Erfahrungen so schauspielert, wie es die deckungsgleichheit mit der Figur erlaubt, wie Sie im Drehbuch steht.

Hast Du irgendwelche spezifischen Nachforschungen angestellt, wie es ist, eine Domina zu sein?

PULVER: Ich hab auf vielen Webseiten gesurft. Und als es darum ging, das Outfit von Ihr zusammenzustellen, habe ich oft meine Meinung geäussert, und eng mit Designern zusammengearbeitet. Wir sind in SoHo London auf Tour gegangen, und ich hab Dinge über Gadgets und Gizmos, über Peitschen und Korsetts gelernt, und Dinge wie diese. It’s a whole control thing as well. In Ihrem Job habt Sie eine “Maske” auf, um die Träume Ihrer Kunden zu erfüllen. Mit Sherlock ist das was anderes. Er blickt hinter Irene’s Fassade, genau wie Sie hinter seine. Die Maske ist abgelegt, und hier beginnt der Spaß erst so richtig.

Jeder weiß, daß Sherlock Holmes sich verändert hat. Wie vertraut warst Du mit den Geschichten, bevor diese Version herauskam?

Pulver: Ich hatte einige von Sir Arthur Conan Doyle’s Geschichten während der High School gelesen. Und dann, das nächste Mal, als sich mein Weg mit Sherlock gekreuzt hat war, als ich mir die erste Staffel auf PBS angeschaut habe. Ich liebe diese moderne Interpretation, die Steven Moffat und Mark Gatiss kreiert haben, weil Sie Ihre Zuschauer nicht unterschätzt, was ich klasse finde. Die Serie ist intelligent, witzig und boshaft, und ich liebe wie Benedict [Cumberbatch] und Martin [Freeman] die Rollen von Sherlock und Watson verkörpern. Ich denke, es ist integral, und beide werden als ein “very highly rated television duo” in die Geschichte eingehen.

Ist es eher nervenaufreibend, oder aufregend, sich etwas anzuschließen, von dem man bereits weiß, daß es erfolgreich funktioniert, mit einer tollwütigen Fanbase da draussen?

Pulver: Ich war schon etwas besorgt, sowas wie ein Love Interest zu sein. Insbesondere wo alle Welt schon mit dem Gedanken spielt, daß Benedict’s Sherlock asexuell oder homosexuell ist, oder was auch immer man in seine Performance hineininterpretieren möchte. Es war so, wie “Alle weiblichen Fans der Show werden mich womöglich hassen!”. Aber was schön war, an dem Tag an dem ich beim Table Read war, kamen Cast und Crew mit immensen Rückenwind – dank der erfolgreichen ersten Staffel, die für den Emmy und BAFTA Award nominiert wurde. Und es war so eine schöne, stille Zufriedenheit im Raum. Nicht nur, daß die Menschen die an der Show arbeiten, an Ihre Grenzen gegangen sind, sie wurden auch dafür mit Anerkennung belohnt und konnten sich also darüber freuen, was Sie ihn Teamwork geschaffen haben. Also bin ich an dem Tag (des Table Read) in dem Raum gekommen, und es war so angenehm dort zu arbeiten, an einem Ort, wo Egos draussen vor der Tür warten mussten. “It was just all about the work”, aus jedem einzelnen Blickwinkel.

Wie würdest Du die Beziehung zwischen Sherlock Holmes und Irene Adler beschreiben?

Pulver: Sie drücken Konstant die Knöpfe des anderen, und treffen Entscheidungen, darüber wie Dinge gehandelt werden müssen, einerlei ob zu schockieren, oder zu kontrollieren. Ich denke, man sieht das aber erst in der wirklichen finalen Szene, wo er Ihren Arm packt. Im einen Moment dachte ich, er würde mich jetzt küssen, und dann sagt er “Und ich weiß ganz genau, was Du gerade abziehst”, und demaskiert sie. Und dann habe ich erkannt, daß Sie immer diese fehlerhafte, verletzliche Person gewesen ist, die genau diesen Teil von sich versucht zu verbergen. Ich denke, mit Sherlock ist es genau dasgleiche, bis zu einem gewissen Grad. Er ist hochintelligent und analytischer Fachmann genug, einen bestimmten Teil von seiner Persönlichkeit vor der Aussenwelt zu verheimlichen. Aber die beiden sehen sich so, wie Sie wirklich sind. Es ist ein ausgeglichenes Spiel. Es ist, wie das beste Tennis Spiel, daß man sich jemals erträumen könnte.

Wie war das, die Szene zu drehen, als sich Eure beiden Charaktere das erste Mal getroffen haben, und Du splitterfasernackt warst? War es schwierig, dabei nicht zu lachen?

Pulver: Um ehrlich zu sein, niemand wollte wirklich lachen. Es war mehr wie ein Delirium. Ich glaub’, ich war extrem nervös, und der Adrenalinspiegel weit oben. Es war das erste Mal, daß ich komplett nackt eine Szene gedreht habe. Und dann, nach den ersten paar (Out)-Takes, habe ich die Power in mir gefunden, eine Frau zu sein, die sich nicht hinter einem Dress oder Spanx zu verstecken braucht, nur um die Illusion aufkommen zu lassen, man sei dünner, dicker, oder noch schöner. Es ging auch gar nicht anders: ich war schutzlos und hatte alles abgelegt.

And then, I found a different power that came from a very honest place, and we just played from there. By the end of it, I wouldn’t move from a certain aspect of dialogue until Martin Freeman had looked me up and down, or looked at my breasts. It was a play fest.

War es eine Herausforderung für Dich, die ganze Zeit so strategisch platziert zu sein?

Pulver: Wir hatten Glück mit unserem D.P, und erstem Kameramann. Wir hatten 8 Stunden gebraucht, die Szene zu drehen. Es war eine Situation, in der ich einen String tragen oder meine Brustwarzen hätte verdecken können, aber dann hätte der Dreh wahrscheinlich drei Tage lang gedauert. Der Regisseur meinte, “Lara, if you trust me, I’ll ask you to take that stuff off and know that we can’t use anything of that nature, anyway. We’ll get a lot more done in a lot less time, and we’ll all be more comfortable.” Und er hatte Recht, weswegen ich froh darüber bin, seiner Einschätzung vertraut zu haben. Es war brilliant, wie buchstäblich ein Kopf einen Nippel verdecken kann. It’s pretty well placed. I was thrilled with the outcome. I was happy.

Gab es Momente, in denen Du vergessen hattest, daß Du komplett nackt gewesen bist?

Pulver: Absolut! Ich war zu beschäftigt, und fasziniert Ihm zuzuhören, der Fakt, daß ich nackt war, der war dann verflogen. Es war kein großes Problem für Irene, also auch kein großes Problem für mich.

Warst Du überrascht, daß sich einige Menschen der Nacktszene wegen echauffiert haben (die Nacktszene wurde zur Primetime im Uk-TV ausgestrahlt, was einige, wenige Eltern Ihrer Kindern wegen nicht so prickelnd fanden)?

Pulver: Es war eigentlich nur eine Zeitung in Großbritannien, und wenige Zuschauer. Bei 9.5 Millionen Zuschauer, waren ein paar Zuschauer erregt. Ich denke, man sollte der nackten Haut huldigen. Sie ist menschlich. Wir sind alle nackt geboren. Es sind nur wenige Minuten, in einer 90 minütigen Episode, und es geht nicht darum: “Oh, da ist eine Nackt Szene in Sherlock”. Es ist lediglich ein kleiner Teil. Wenn dem nicht so gewesen wäre, hätte ich es nicht gemacht.

Wie war es, gemeinsam mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman zu arbeiten?

Pulver: Sie sind ungezogen kleine Jungs! Sie sind sehr lustig, und sehr unterschiedlich. Martin ist sehr unanständig, genau so wie die Arbeit die Benedict für seinen Charakter abliefern muss, es ist eine große Herausforderung für Ihn. It’s not easy, having to scroll off all of that stuff, at such a place. Jemand cleveren zu spielen, ist gar nicht so einfach. Aber es war faszinierend mit den beiden zu arbeiten. Sie sind beide ausgelassen und sehr interessiert.

Als Fan der ersten Staffel, gab’s da Momente, wo Du Dich selbst kneifen musstest?

Pulver: Als ich in 221B gegangen bin, und dachte: “Das ist aber sehr klein”. Ich weiß, es ist ein Set, aber es sah umso viel größer aus, als ich es im Fernsehen aus den Kamerawinkeln betrachtet gesehen habe. Ich dachte, es sei ziemlich groß, doch als ich drin stand, war es wie, “Oh, das ist aber ein überaus kleines Apartment”. Ich erinnere mich an einen Tag, wo wie am Set in London gedreht haben und ich den Vorhang zurückziehen sollte, und alles was ich auf der gegenüberliegenden Strassenseite sah, waren mehr als 150 Fans. Ich dachte nur: “Wow, das ist deren Feedback nach nur drei Episoden”. Das zeigt, was Sherlock für einen Einfluß hat.

Ist Irene Adler ein Charakter, den Du gerne wieder spielen würdest? Und hoffst Du das sogar?

Pulver: Wenn es mehr zu erzählen, und mehr zu tuen gibt, dann auf jeden Fall. Yeah! Es wäre eine großartige Herausforderung.

Welche Erfahrungen hast Du bei True Blood sammeln können? Hättest Du Dir jemals vorstellen können, du würdest die Fairy Godmother Deinem Lebenslauf hinzufügen können?

Pulver: Es war schön, mein amerikanisches TV-Debut in solch einer wunderbaren Show zu machen. Ich hab sehr gerne mit Anna (Paquin) zusammengearbeitet. Am Set hat eine sehr liebevolle, enge Beziehung begonnen. Aber, ich denke, sie mussten sich ab einem gewissen Punkt entscheiden, ob Sie in den Märchenland Aspekt eine komplette Staffel investieren wollen, oder damit Schluß machen. Je mehr sie versuchten, die Idee fortzusetzten, desto mehr wurde Ihnen bewußt, daß der Märchenland Spielraum umso begrenzter war. Also, meine Erfahrungen bei True Blood waren nur von kurzer Dauer, aber es war ein schöner Einstieg in das “Teil sein, einer amerikanischen TV-Serie.”

Warst Du mit dem Erfolg der Show vertraut, und den Fans, die sie hat?

Pulver: Yeah, True Blood hat einen massiven Kult Status. Preist Anna, die jedes Jahr zur Comic Con geht, an Ihrem Geburtstag! Ihr Geburstag ist im Juli. True Blood hat sehr viele loyale Fans.

Worauf schaust Du als erstes, wenn Du dich entscheidest, was Du als nächstes machst?

Pulver: The Writing! If it’s a theater job, I’m happy to regenerate that, for eight shows a week. Wenn es nichts ist, wofür ich mich begeistern kann, dann sollte ich da auch die Finger von lassen. Es ist dasselbe mit Serien und Filmen.

Sometimes it can just be the smallest thing, like wanting to portray something along that line or really wanting to work with a director, but if it’s not in the writing, it doesn’t matter who the director is. It’s just not something that I would necessarily want to pursue. So, it starts for me, first and foremost, on the page.

Würdest Du gerne mal eine long-termed TV-Serie machen?

Pulver: Ja. Auf jeden Fall. Es wäre total spannend für mich, einen Charakter über eine längere Zeit zu entwickeln, und eine Audienz zu haben, die in die Show investiert. Ich würde es lieben, meine eigene TV-Show zu haben, sowie Julianna Margulies eine mit The Good Wife hat, oder ein schönes Ensemble, wie bei Six Feet Under. Ich liebe mein Job, und ich bin ein glückliches Mädchen. Ich genieße es noch immer, zur Arbeit zu gehen.

Hoffst Du auf mehr amerikanische Arbeit?

Pulver: Yeah. Ich lebe und arbeite auf beiden Seiten des Teiches. Ich schließe die Türen nicht von alleine, einerlei ob in Theater, Musical Theater, TV oder Film.

Hast Du eine Traumrolle, oder eine Genre, was Du am meisten magst?

Pulver: Ich möchte ein großes Broadway Musical machen, irgendwann einmal. Ich würde es sehr gerne. Irgendwas dort zu machen, wäre super-cool. Aber, ich würde mich wahrscheinlich genauso nackt fühlen, als wenn ich eine Nackt-Szene drehen würde, da bin ich mir sicher.

Was hat Dich zum schauspielern gezogen?

Pulver: Schon als ich sehr jung war, spielte viel Musik in meinen Haus.

I would sit with my mom, with the old LPs, listening to The Beatles and Carly Simon and Lionel Richie. The old LPs used to have the lyrics. From there, I would put on dance and music displays for my family, just to entertain them and make people laugh and smile.

Später interessierte ich mich immer mehr für die englische Sprache, und verfasste Journale und Gedichte. Ich war schon immer fasziniert von Psychologie und Philosophie, und wie das Gehirn der Menschen arbeitet. Alles zusammen, mit dem Versuch jemand anderes zu sein und deren Psyche zu verstehen, und das ganze “Ekapismus” Element, war sehr faszinierend. Ich liebe natürlich auch das gemeinsame zusammenarbeiten, und das Element eines Teams, das gemeinsam etwas tolles kreiert.


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