Falling Skies – Staffel 1 – Kritik

Gepostet von Seba Canel am

Kurzinhalt: Feindliche gesinnte Aliens sind über die Erde hergefallen – Falling Skies spielt etwa sechs Monate nach dieser Invasion, zu einem Zeitpunkt, da die Welt im Chaos zu versinken droht, und die Zivilisation wie wir Sie kennen, ausgelöscht ist. Am Rande der Metropolen haben sich Menschen in Gruppen verbündet, um den Aufstand gegen die Besatzung der Aliens zu formieren und ihre noch lebenden Mitmenschen zu schützen.

Im Zentrum der Handlung steht eine dieser Gruppierungen, eine Handvoll Guerilla Kämpfer, die sich ausserhalb von Boston der Übermacht aus dem Weltall entgegenstellt. College-Professor Tom Mason, gespielt von Noah Wyle (“E.R. – Emergency Room”), dessen Familie durch den Angriff der Ausserirdischen auseinandergerissen worden ist, ist der Anführer der Gruppe. An seiner Seite steht die Kinderärztin Anne Glass, dargestellt von Moon Bloodgood (Terminator: Die Erlösung), welche sich vor allem um die traumatisierten Kinder der Überlebenden kümmert. Will Patton (Armageddon) als Weaver, der grimmige Anführer des Widerstands, füllt eine weitere Hauptrolle. Drew Roy spielt Masons ältesten Sohn und Mitkämpfer Hal.


“Kurz gesagt, die Welt ist im Arsch! “

Originaltitel: Falling Skies
Genre: Science fiction, Post-apocalyptic, Drama
Season: 1 – Folgen 1 bis 10
Schöpfer: Robert Rodat, Steven Spielberg
Darsteller: Noah Wyle, Moon Bloodgood, Drew Roy, Jessy Schram, Maxim Knight, Seychelle Gabriel, Peter Shinkoda, Mpho Koaho, Sarah Carter, Colin Cunningham, Connor Jessup, Will Patton

US-TV Premiere: 19. Juni 2011 (USA) auf TNT
Deutschland TV-Premiere: 24. Juni 2011 auf TNT Serie

Kommt noch eine Staffel? – Ja. Staffel 2 ist bereits geordert!

(Seba)
(IMDb User Rating)

Deutscher Trailer


[]

Falling Skies katapultiert uns in eine Welt, wie Sie (um es aus “Menschen”-Sicht mal auf den Punkt zu bringen) beschissener nicht sein kann. Eine riesige Horde Aliens bricht über die Erde hinein. Brutal. Mit eiseskälte und alienhärte, und mordlustig obendrein. Mit riesigen Raumschiffen, einer Technologie, die der humanen weit überlegen ist und vor allen Dingen ausgerüstet mit vielen Schnickschnack-Talenten, die sie bestmöglich auskosten, um sich uns Erdlinge Untertan zu machen. Apokalyptisch, eben.

Die neue Serie von Exec. Producer Steven Spielberg setzt sechs Monate nach der Alien-Invasion an und lässt uns Zuschauer einer kleine Gruppe Menschen folgen, die das Massaker der angriffslustigen Außerirdischen überlebt haben und sich selber als sowas Widerstandskämpfer ansehen. Die Gruppe von der wir hier sprechen, nennt sich “Massachusetts-2″. Es gibt in der nähren Umgebung noch weitere solcher Gruppierungen, von denen wir aber nicht allzuviel zu sehen bekommen. Macht aber auch nichts!

Denn das, was wir sehen, das reicht schon! Man muss sich die Erde einfach nur wie eine von Gott verlassene Stadt vorstellen. Verwahrlost. Heruntergekommen. Durchtrieben. Verschmutzt. Versmogged. Vergammelt. Zerstört. Für jeden Apostel, der den Weltuntergang hat kommen sehen, sicherlich das reinste El Dorado. Für die paar Menschenseelen, die noch um Ihr Leben bangen, das reinste Desaster. Kurz gesagt, die Welt ist im Arsch!

Aliens, von den Widerstandskämpfern auch liebevoll “Skidders” genannt, regieren die Erde. Mit brachialer Gewalt, und einer aus miltärischer Sicht durchschlagenden Kraft, wie Sie nur jemand überleben kann, der sich vor Ihnen versteckt. Wo wir beim eigentlichen Thema sind: Unser Gruppierung, den Widerstandskämpfern, der “2. Massachusetts”.

Darin enthalten, ein besorgter Familienvater der Sorte Akademiker, dessen Fürsorge manchmal peinlich ist. Dem seine drei Söhne, die unterschiedlicher nicht sein könnten (auf dieses Quartett konzentriert sich ein Großteil der Erzählung). Eine Reihe Macho-Muckibuden Soldaten, Ihrem taffen Captain loyal ergeben, und allzeit bereit gegen die Aliens in den Krieg zu ziehen. Den Rest bilden Männer, Frauen, Greise und Kinder, die mit unterschiedlichen Talenten gesegnet, Ihren Beitrag zum Überleben der Gruppe leisten. Sei es in wissenschaftlicher Hinsicht, sozialer, humaner, essentieler, santiärer, hospitaler oder whatever. Eigentlich ist jeder Beruf einmal vergeben. Verrückter Wissenschaftler inbegriffen. Und ein paar weitere verrückte Gestalten fehlen ebensowenig. Kurzum: Das ist die 2. Massachusetts, derem Überlebenskampf wir zuschauen.

Spielberg dachte sich wahrscheinlich – so wie er es immer tut – wenn er was macht, lasse ich mal wieder eine Apokalypse auf die Erde los, und der Rest wird schon! Jaja. So einfach ist das aber gar nicht mehr, bei einem solch verwöhnten Publikum wie dem von heute!

Lasst es mich vorab sagen, damit Ihr nicht denkt, ich hätte Falling Skies nicht gerne geschaut: Falling Skies ist allemale sehenswert. Es ist eine wirklich unterhaltsame Serie, mit richtig schicken oder besser gesagt widerlichen Aliens, sowie man Sie sich in einem Kitschroman vorstellt. Die Viecher können alles, sind uns Menschen haushoch überlegen, sind brutal, gefrässig, schiesswütig und verdammt clever sind Sie auch noch. Ja. Man mag es nicht glaube. Sie sind sogar so gewieft, daß Sie einige junge Menschen versklaven und zu Ihren leibeigenen machen. Gerissene Dinger, sind das!

Da wären aber auch noch viele andere Details, die vernünftig umgesetzt worden sind, und ich sie deswegen wohl nicht beim Namen nennen kann, weil Sie mir schlicht und einfach gar nicht erst aufgefallen sind!

Dennoch wären da eine reihe Dinge, wisst Ihr, die stören einfach, und manchmal, da war ich kurz davor meinen Kopf gegen den Fernseher oder die Wand zu rammen! So schlimm war das. Manchmal.

Es fing schon alles ganz vorne an: Die ersten fünf Episoden, die plätscherten nur vor sich hin. Klar. Okay. Es soll (und Zuschauer) auch erstmal gezeigt werden, wie der Hase läuft, der Fuchs seinen Bau hat und was auf diesem trostlosen Fleckchen Erde, den wir Menschen einst unsere grüne Heimat nannten, geschehen ist. Soweit versteht sich das von alleine. Aber das geschieht mit einer dermassigen gähnenden Langeweile, daß man am lieben nebenher noch seine Waschmaschine ausräumen, Wäsche aufhängen oder bügeln würde. Die Spannung, die fehlt anfangs ganz einfach.

Erst nach der Hälfte der ersten Staffel beginnt Falling Skies ganze langsam an Fahrt aufzunehmen. Reibereien. Persönliche Zwiste. Menschen erscheinen auf der Bildfläche, die dem ganzen den nötigen Biß geben. Menschen, von denen man nie so genau weiß, was Sie jetzt eigentlich im Schilde führen, und auf wessen Seite Sie stehen. Sind Sie jetzt gut? Oder doch vom Teufel eingenommen? Von Aliens fremdgesteuert? Da kommt das erste Mal dieses innere Verlangen in einem auf, gebannt auf den Bildschirm zu starren, und keine Minute verpassen zu wollen. Allerdings – dieses, so elementar wichtige Gefühl, verfliegt dann allerdings auch manchmal wieder recht rasch. Dafür haben die Drehbuchautoren gesorgt. (Leider!)

Ein anderer nervtötender Faktor, um Ihm beim Namen zu nennen, das wäre das Drebuch, das schlicht und einfach aus einer Klischee-Schublade gesprungen ist, berechenbar und bereits x-mal umgesetzt wurde, und sagt: Hier bin ich! Ähnlich schräg verhält sich auch die Ausarbeitung der Charaktere, die sich zu schizophrenen Taten hinreißen lassen, wo man sich als Zuschauer fragt, ob die gerade irgendwelche Drogen genommen haben.

Kann mir bitte mal einer sagen, welch ein Mensch (der glücklicherweise noch lebt, und zwar nur deswegen, weil er vorsichtig gewesen war) sich selber in waghalsige Unterfangen manövriert, Terz und richtig Lärm macht, und dabei seinen Arsch riskiert, nur weil er sich nicht am Riemen reissen kann? Ich möchte jetzt auch nicht zuviel verraten, aber da fehlt schlicht und einfach das gewisse Feingefühl, die Sache authentisch wirken zu lassen. Die Charaktere so handeln zu lassen, das es “menschlich” wirkt. Grmph!

Hört sich vielleicht hart an, ist aber so. Einige Szenarien und Teilhandlungen wurden dermassen blöd und nach Klischee inszeniert, daß man sich manchmal innerlich, und ganz still heimlich gefragt hat, warum man die Serie jetzt noch weiter schauen sollte! Warum? Warum sollte man?

Um jetzt nochmal was positves loszuwerden: Falling Skies ist kein billiges Projekt von der Stange. Und so wirkt es auch nicht. Zumindest hatte ich das Gefühl. Alles ist aufwendig inszeniert, immer mal wieder Ortswechsel, die apokalyptisch runtergepeppt worden sind. Teils wirklich tolle Schauspieler wurden verpflichtet (wobei die deutschen Synchro-Stimmen den Originalen einmal mehr in allen Belangen hinterherhinken und die Figuren teils total verzerrt dargestellt werden). Die Aliens schauen wir richtige Aliens aus. Genau die Sorte, die wenn die Grimm Brüder ein Alien-Märchen geschrieben hätten, auch darin vorgekommen wären. Also so richtige Klischee Dinger, dafür toll per Computer in die Serie reingebastelt. Und schick designet! Alleine die Dinger sind schon ein “mal reinsehen” wert.

Falling Skies eine Empfehlung für jeden, der sich in diesem Genre und bei Aliens zu Hause fühlt. Erwartet aber bitte nicht die “normale” Story, denn dann werdet Ihr vielleicht enttäuscht werden. Robert Rodat und Steven Spielberg geben der Serie mehr Herz, mehr Menschlichkeit im “verschmuste” Stile, dafür bleibt der “Düstere” Faktor einer Apokalypse auf der Strecke, was schade, aber erträglich ist.

Was ich mich für die zweite Staffel wünsche, die bereits bestellt ist, das ist eine feinere Ausarbeitung der Charaktere. Vielleicht erzählt in Flashbacks, um mehr aus deren “glücklicher” Vergangenheit zu erfahren. Das würde dem ganzen gut tuen. Mehr menschliche Zwiste, Reibereien und schizophrende Charaktere, die dem ganzen mehr Pepp geben, Spannung erzeugen, und das Gefühl vermitteln, dreimal täglich zu checken, ob man den Videorekorder auch richtig programmiert hat, um ja keine Folge zu verpassen. Und das allerwichtigste: Authentizität Bitte! Bitte! Die Charaktere und Ihre Handlungen müssen menschlicher werden, rationaler und nicht aus einer 0815 Feder stammen. Bisher war Falling Skies schlicht und einfach zu berechenbar. Zu einfältig. Zu komisch (auch wenn das ganze Szenario natürlich an sich schon komisch genug ist) .. meistens zumindest ..

Mehr Meinungen: Falling Skies – Buzz

Deustschland Premiere von Falling Skies war bereits am 24. Juni 2011 in TNTSerie.


Tags: Alien, Editor Picks, Meinungen, Post-Apokalypse, Science Fiction, ,

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Falling Skies – Staffel 2 – Spoilerschau »

  • http://twitter.com/nofuture09 Philipp Burkhardt

    kann ich nur zustimmen, mir gefällt die serie sehr!

  • Anonymous

    Eigentlich genau die Thematik, die mich interessiert. Die “Mängel” der Serie, die Du beschreibst, finden sich auch in den Renzensionen der Amazon-UK-Seite wieder. Leider. – Ich gebe der Serie aber trotzdem eine Chance und werde mir die erste Folge einmal ansehen.

  • Raziel23

    Sind wir heutzutage wirklich so Anspruchsvoll?
    Ich bin sehr begeistert von der Handlung und Inszenierung der Schauplätze und Aliens! Doch anscheinend bin ich sehr anspruchslos, wenn es mir so ergeht.

    Andererseits muss sollte man dazu sagen, hat die Serie allein dafür schon was Gutes, da sie die erste ihrer Art ist soweit es mir in meinen jungen Jahren aufgefallen ist.
    Und es ist doch zu honorieren sich an eine “von Grund auf Weltuntergangs” Serie zu trauen.

    Von mir also einen Daumen Hoch für die Serie!

  • http://www.serien-load.de/ Seba_Canel

    @Sind wir heutzutage wirklich so Anspruchsvoll?

    Eigentlich ja nicht. und im Grunde genommen find ich Falling Skies ja nicht “scheisse”, nur, Du weisst ja, wie das manchmal ist: Man steckt hohe Erwartungen in etwas, weil man sich tierisch drauf freut. Und wenns dann nicht so ist, wie erhofft (Was eigentlich immer der Fall ist), naja, dann fällts einem manchmal schwer noch lobhuddelnde Worte zu finden.





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