‘Terra Nova’ Staffel 1 (FOX, Pro7) Kritik
Gepostet von Seba Canel am
“Oh schau. Da frisst ein Dino der kleinen doch echt aus der Hand. Hui!”
Originaltitel: Terra Nova
Genre: Drama, Science Fiction, Familienserie
Season: Komplette Staffel 1 (13 Folgen)
Created by: Kelly Marcel, Craig Silverstein
Producer: Steven Spielberg, Peter Chernin, Brannon Braga, David Fury, Jon Cassar, Aaron Kaplan, Katherine Pope, Justin Falvey, Darryl Frank, Craig Silverstein, Kelly Marcel
Cast: Jason O’Mara, Shelley Conn, Christine Adams, Allison Miller, Landon Liboiron, Naomi Scott, Rod Hallett, Alana Mansour, Stephen Lang
US TV-Premiere: 26. September 2011, FOX
Deutschland TV-Premiere: 2012, Pro7
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
(Seba)
Kurzinhalt: Es gibt eine Handvoll Menschen, die sind einfach auserwählt ein neues Eiland zu besiedeln. Einige darunter sind begabt, Biologisch versiert, oder können wissenschaftlich dieses und jenes erklären. Widerum welche sind im anderen Metier versiert. Können Blümchen und Gemüse anbauen, Rohre und Leitungen verlegen, mit Strom umgehen, oder einfach nur wild mit der Pistole fuchteln. Und dann gibt es da noch den dreckigen Rest. Nennen wir es mal ein Mischpack, daß vielleicht zu nichts zu gebrauchen ist, außer vielleicht um Stunk zu machen und die Gut-Menschen auf Trab zu halten. Kurzum: Eine bunte Mischung.
Genau diese Bagage ist diie Hoffnung von Terra Nova. Der neuen Welt. 85 Millionen vor Christus, zu einer Zeit da Tyranosaurusse noch wilderten und nicht an der Gassi Leine geführt wurden. Eine idylisch friedliche Zeit, da noch alles heile Welt war. Kunterbunt. Vielfältig. Unberührt. Unschuldig. Unwissend, was wir Menschen ihr eines Tages noch antuen werden.
Zurück in die Zukunft. Alles beginnt im Jahre 2149. Die Welt ist .. naja. .. was ist Sie eigentlich? Im Arsch? Kollabiert? Zerstört? Nicht mehr zu retten? Ein hoffnungsloser Fall, wo Menschen nicht mehr Mensch sein dürfen? Die Luft, knackiges Obst und alle anderen feinen Delikatessen (unserer Gegenwart) so rar sind wie Goldnuggets in einer Spielplatz-Sandgrube? Das Sonnenlicht dem Smog der Industrie weichen musste? Volltreffer. So schauts aus und Terra Nova ist die einzige Rettung. Terra Nova soll einen Neuanfang markieren. Die Vergangenheit erneut leben, und zwar mit dem Wissen, den Mitteln und der Technologie von heute. Sie soll alles besser machen. Dann wird alles gut!
Die Hoffnung ruht auf den Siedlern, den auserwählten, die aus dem 2149 per Zeitmaschine in die Dino Ära bugsiert werden. Sie sollen die Menschheit retten.
Mitten unter dieser erlesenen Meute auch die Shannons, eine fünf-köpfige Familie. Drei Kids, die allesamt nur Liebe und die üblichen Faxen im Kopf haben. Jim und Elisabeth. Papa und Mama. Die Ihren Beitrag leisten sollen, Terra Nova zu Ruhm und Ehre zu führen. Zu einem glorreichen Neuanfang. Was sich allerdings als gar nicht so leicht erweist. Schließlich lauern überall Gefahren. Hungrige Dinos, auf deren Speiseplan auch lecker Menschenfleisch steht. Eine Gruppe Aussetziger, die Sixers. Sie sind der menschliche Dorn im Po der Terra Nova-Siedler, und ach ja, es gibt auch genügend andere Unruhe Herde. Wartet’s mal ab!
[]
Ich will ehrlich mit Euch sein: Als ich das erste Mal zwischen Tür und Angel gehört hatte, daß Steven Spielberg die Jurassic Park Dinos noch einmal zu neuem Leben erweckt, war ich hellauf begeistert. Ja. Ich hab mich gefreut. Und wie. Denn hey, ich mein, man sieht nicht aller Tage ein paar CGI-Dinos über den großen oder kleinen Screen durch wildbewachsene Graswiesen hüpfen. Ich liebe diese Dinger, und war schon als kleines Kind fasziniert von den Viechern, insbesondere als ich mein erstes (oder zweites) Was ist was?-Buch geschenkt bekommen hatte, in dem genau diese “Mutanten” erklärt wurden. Und ihr hättet meine strahlenden Augen sehen müssen, als ich mit 4 Jahren meinen ersten Spiele-Dino geschenkt bekommen hatten, der sogar Batterie-betrieben ein paar Schritte gehen konnte. Kurzum, ich bin ein Saurier-Freak. Oder zumindest sowas wie ein Narr und fahr voll drauf ab, auch wenn ich mir die Namen der Kolosse nicht merken kann.
Nachdem ich den Piloten gesehen hatte, dann war ich doch schon etwas enttäuscht. Ihr kennt das vielleicht. Man freut sich ganz riesig drauf, und dann wirds .. naja .. es wird schlecht. Oder zumindest nicht so, wie man sich so in seinen hoffnungsvollsten Träumen ausgemalt hatte.
Ich mach an dieser Stelle mal einen Punkt und kurzen Zwischenschnitt: Terra Nova ist eine Familienserie. Sie ist für jung und alt. Zwar macht der eine oder andere fiese Dino, hier und da mal ein paar Menschen platt. Auch fällt in jeder neuen Episode ein superdramatisches Ereignis an, das nur mit vereinten Kräften, sowie einer gehörigen Portion Mut und Glück gemeistert werden kann. Aber im Grunde ist es mit Terra Nova, wie mit der FOX Musical Serie Glee. Am Ende geht es immer gut aus. Fast immer. Nur wird in Spielbergs Terra Nova eher weniger gesungen, dafür dann allerdings mit dem einen oder anderen Oschi von Dinosaurier ein wenig geschmust. Kurzum: Terra Nova ist eine Familienserie. Seichte Kost. Ganz unterhaltsam, aber nicht so spannend, und zerfleischend, daß man nachts drauf nicht gut schlafen könnte. Eben, Primetime Unterhaltung. FSK-konform.
Ob das gut und sehenswert ist, soll ein jeder am besten für sich selber herausfinden. Der eine mags, ich nicht. Und genau deswegen solltet Ihr die folgenden Zeilen nicht unbedingt lesen, um Euch nicht die Vorfreude von so einem wie mir verderben zu lassen. Wenn Euch solche Fieslinge wie ich nichts ausmachen, lest weiter (habs gerade nochmal überlesen, so “fies” find ichs gar nicht):
Zugegeben. Terra Nova hatte es von Anfang an nicht sonderlich leicht gehabt. Während der Dreharbeiten soll das Wetter teils beschissen gewesen sein. Kübelweise regnete es Wasser vom Himmel, was das voranschreiten unmöglich machte. Schließlich wollten die Macher, daß die “alte, neue Welt” auch so traumhaft wirkt, wie wir Sie uns insgeheim in unseren künsten Träumen vorstellen. Gerüchte kursierten, in denen es hieß, daß nicht einmal genügend Footage-Material zusammengekommen für die Pilotfolge zusammengekommen war. Ein Grund, weswegen sich die US-Premiere auch immer weiter verzögerte. Zu guter Letzt verschlang das ganze Dilemma auch eine Menge Geld. Zwischen 10 und 20 Millionen Dollar, so die öffentlichen Gerüchte.
Anfangs sollte Hawaii als Location herhalten, wo die Siedler Ihre Zelte aufschlagen. Dagegen hatte allerdings Steven Spielberg was einzuwenden. Schließlich ist sein 1993 Streifen Jurassic Park schon dort entstanden und Terra Nova sollte anders sein. Spielberg hatte das entscheidende Wörtchen zu reden, also wurde das ganze Team samt Equipment kurzerhand nach Australien verschifft. Die Wahl der Location fiel auf Queensland, und wenn Ihr mich fragt, war das so ziemlich einer der besten Entscheidungen überhaupt. Die Kulisse (bis auf das am PC kreierte) war spitze. Naturbelassen. Unberüht. So wie man sich so eine feuch-fröhliche Natur vorstellt.
So. Und jetzt wird ein bißchen gelästert: Mir ist es schwer gefallen, manchmal der Serie willentlich zu folgen. Sie hat mich nie in den Bann gezogen. Nichts war so spannend, daß es den Tiger weckt. Immer auf der Hut, der Pirsch. Und gespannt wartend auf die nächsten Vorgänge. Denn nach wenigen Momenten (und alleine der Tatsache daß die Show bei FOX zur Primetime läuft) war klar, es geht eh alles gut. Familien-Fun eben. Schön und gut. Aber was fehlt, sind echte Dramen. Gemetzel mit Dinos, die einem die schweißperlen auf die Stirn treiben. Gemetzel bekommt man zwar, aber ohne die Schwitzedinger. Anstelle dessen wird mehr geknutscht (ja, die knutschen alle. Oder zumindest sind Sie kurz davor. Und zwar, übertrieben formuliert: alle 5 Minuten). Das nervt. Langweilig. Wo sind die blutrünstigen Dinos?
Zugestehen muss man der Serie, daß da wirklich Dinos sind. Und ja, die haben auch Fleischeslust. Und nein, nicht die, die der eine oder andere vielleicht vor Augen hat (Ihr Ferkel!), sondern schon die wortwörtliche. Hunger. Nur eben ganz kurz. Und das war es dann auch. Zumindest kommt es einem so vor, weil in der Szene drauf dann schon wieder irgendein Protagonist zu viele Schmetterlinge im Bauch hat, die unbedingt raus müssen.
Wenn man das noch einmal so Revue passieren lässt: Terra Nova hat eigentlich alles. Von allem zuviel und Spannung zu wenig. Gebastelt, nach dem Patentrezept einer Familienserie. Mit Liebe. Freude. Herzschmerz — poah. wo wir gerad dabei sind. Freut Euch schon mal, wenn die jüngste Darstellerin von Terra Nova, die 8-jährige Alana Mansour (Ihre erste Film-Rolle übrigens) mit Ihrem Honigkuchen Lächeln inklusive Schneidezahnlücke die Szene erfüllt. Einfach saumässig süß. Hinreissend. Will adoptieren. Und ich hab sogar während Ihres Smilens innerlich aufgehört zu meckern. Zumindest für diesen Moment. — Drama. Science Fiction. Und ja, natürlich auch Dinos. Bösewichte. Helden. Anti-Helden. Kluge. Gelehrte. Gescheite. Wagemutige. Schisser. Skrupellose. Eine bunte Mischung, die dem einen gefällt. Und wie gesagt, dem anderen eben nicht. Der sagt dann: Steven (Spielberg), das musste doch nicht sein ..
Last but not least:listet Terra Nova mit 64 von 100 Punkten, basierend auf 28 der wichtigsten US-Kritiker. Kein Sauriermässiges fantastisches Ergebnis, aber ein durchschnittlich gutes Ergebnis, wie es viele Familienserien bekommen.
Diskussion: Wie ich mich kenne, habe ich wieder die Hälfte des läster-würdigen vergessen. Wer noch was hat, ab damit in die Comments. Und gerne auch, wenn Ihr das anders seht.
Tags: Editor Picks, Meinungen, Aaron Kaplan, Alana Mansour, Allison Miller, Brannon Braga, Christine Adams, Craig Silverstein, Darryl Frank, David Fury, FOX, Jason OMara, Jon Cassar, Justin Falvey, Katherine Pope, Kelly Marcel, Kritik, Landon Liboiron, Naomi Scott, Peter Chernin, Rod Hallett, Shelley Conn, Stephen Lang, Steven Spielberg, Terra Nova
« ‘Good Fellas’ TV-Serie landet bei AMC
‘Cougar Town’ Season 3 Clou enthüllt; plus US-Start wahrscheinlich im März »









