Terra Nova – Pilot “Genesis” – Kritik
Gepostet von Seba Canel am
“Oh no. That wasn’t a very nice dinosaur.”
Originaltitel: Terra Nova
Genre: Drama, Science Fiction
Season: 1 – Pilot “Genesis”
Created by: Kelly Marcel, Craig Silverstein
Producer: Steven Spielberg, Peter Chernin, Brannon Braga, David Fury, Jon Cassar, Aaron Kaplan, Katherine Pope, Justin Falvey, Darryl Frank, Craig Silverstein, Kelly Marcel
Cast:
US TV-Premiere: 26. September 2011, FOX
Deutschland TV-Premiere: 2011/2012, Pro7
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(Seba)
Wie stellt Ihr Euch die Zukunft in pimaldaumen 100 Jahren vor? Ein idyllischer Weltfrieden, der sich in einer farbenfrohen Erde wiederspiegelt? Einer reichen Flora und Fauna? Flüsse. Seen. Meere, deren wogendes Wellenrauschen ein Wohlgesang in unseren Ohren zelebriert? Wälder. Bäume. Tiere. Wiesen. Sonne. Blumen, soweit das Auge reicht? Frische Luft, die uns fit für den Tag macht? Fortschreitende Technologien, die die Welt, das Leben auf Ihr und alles mit Ihr in Einklang stehende verbessert? Ha! Wovon träumt Ihr eigentlich! Vergesst all das! Das ist nicht die Zukunft im Jahre 2149! Das ist nicht Terra Nova! Welcome to the jungle! The jungle of rough- and darkness!
Inhalt: Die Science Fiction Serie folgt den Shannon’s. Einer mehr oder minder gewöhnlichen fünf-köpfige Familie die eine Reise zurück in jenes Zeitalter unternimmt, da wo Dinosaurier noch die Erde regierten. Die Reise beginnt 2149, zu einer Zeit, da die Erde kurz davor ist zu sterben, da Sie völlig überbevölkert ist – und bereits fast alle Tiere ausgestorben sind. Daher versucht man fortan, in der fernen Vergangenheit eine Lösung für das Problem der Menschheit im “heute” zu finden. In der prähistorischen Zeit soll ein Neuanfang begonnen werden, der alles richtig und besser macht, was bislang “falsch” gemacht wurde, und zum erbärmlichen Zustand im “heute” führte.
Das Team der Neu-Kolonisten besteht aus Jim Shannon (Jason O’Mara), seiner Frau Elisabeth (Shelley Conn), einer anerkannten Chirurgin, sowie den drei Kindern Josh (Landon Liboiron), Maddy (Naomi Scott) und Zoe (Alana Mansour). Angekommen im Dino-zeitalter werden Sie von Commander Nathaniel Taylor (Stephen Lang) begrüßt, dem Anführer der neuen Siedlung. Recht rascht wird den Neuankömmlingen klar, daß allesfressende Dinosaurier mit einer ausgesprochenen Vorliebe für Menschenfleisch nur deren geringste Sorge sind. Irgendjemand scheint großes Interesse daran zu haben, den Traum, eine neue Menschheit aufzubauen, zu zerstören. Und hierfür sind alle Mittel Recht. Welcome to Terra Nova, Folks!
Hier der Trailer:
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Um es vorweg zu sagen: Terra Nova wurde für’s Free TV zur Primetime kreiert. Schließlich möchte FOX die neue Science Fiction Serie von Steven Spielberg und Brannon Braga auch zur besten Sendezeit zeigen, um möglichst eine große Zielgruppe anzusprechen. Verständlich. Aber zum Leidwesen aller, die sich auf viel Fleischfresserei in der neuen Dino Serie gefreut haben. Blutige Szenen und handfeste Gemetzel mit CGI-kreierten T-Rexen wird es nicht geben, dafür werden dann und wann, FSK12 Schlachten geschlagen. Was Schade ist, insbesondere wenn man sich schon auf einigen Horror eingestellt hatte – den gibt es nicht!
Traurig zu wissen ist vielleicht auch noch, daß es relativ lange gedauert hatte, bis überhaupt genug Szenen im Kasten gewesen ist. Vor Monaten, da war nicht mal genug Material für den Piloten zusammengekommen, was mitunter an verregneten Drehorten lag – und das geht ja mal gar nicht. Schließlich soll die Siedlung “Terra Nova” in der Sonne erstrahlen. Idyllisch und einfach nur wunderbar wirken. Zudem mussten die Autoren viele, viele Skripte umschreiben, aus unterschiedlichen Gründen, aber auch – weil Sie einigen Ansprüchen nicht gerecht wurden. Eben deshalb wird die erste Staffel Terra Nova auch nur 13 Episoden umfassen, was ansich jedoch nicht schlimm ist! Denn je weniger Episoden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß nur die wirklich richtig guten Skripte Ihren Weg auf den Small Screen finden. Eine Hoffnung, die berechtigt ist.
Die Erzählung konzentriert sich auf die Fünf Familien Mitglieder der Shannons und all den Personen, die Ihnen auf Ihrer abenteuerlichen Reise über den Weg laufen. Da wäre ein Commander, der alles in seiner Machtstehende versucht, Terra Nova und seine Siedler zu beschützen, und die Mission “Wiedergutmachung” erfolgreich beginnen zu lassen. Koste es was es wolle. Da wären Personen, die das nicht wollen. Koste es was es wolle. Da wären neue Freunde. Liebschaften. Neue Probleme, die sich mit der Zeit und den Umständen in einer Familie auftuen, und nach Versöhnung lechzen. Da wären viele Dinge. Und vor allem: Dinos!
Ganz viele Dinos. Hässliche Dinos. Schöne Dinos. Nette Dinos, die kleinen Kindern aus der Hand fressen und fiese Dinos, die mit Ihren kolossalen Schwänzen um sich schlagen und selbst Arnold Schwarzenegger oder gar Chuck Norris von den Socken holen könnte. Wobei ich mir im Fall von Chuck Norris nicht ganz sicher bin. Natürlich allesamt CGI-animiert, was man natürlich deutlich erkennen kann, aber um ganz ehrlich zu sein, noch die beste am Computer herbeigezauberte Darbietung ist.
Anders schaut das beispielsweise bei blühenden, wilden Landschaften aus, tobenden Wasserfällen, und richtigen Dschungeln (ja, man mag es kaum glauben. Vor 85 Millionen Jahren gab es sowas noch.) aus, die mit ein paar Mausklicks zusammengebastelt und in Szenen collagiert wurden. Sieht man. Und das sieht schlecht aus.
Ansonsten, das hab ich mir sagen lassen, wurde gar nicht sooo viel am PC getrickst. Vereinzelte Szenen natürlich schon, vor allem jene, in denen gefrässige nimmersatte Kreaturen dem Menschen Beine machten. Doch die Siedlung Terra Nova beispielsweise, die wurde im großen und ganzen so erbaut, was den Schauspielern die ganze Sache – sich ein Paradies auf Erden vorzustellen – natürlich leichter machte. Ihr könnt Euch das aber auch gerne selber sagen lassen, von Hauptdarsteller Jason O’Mara, der den Familienvater und Ex-Cop Jim Shannon darstellt:
Waschechte Mystery Nuancen fehlen. Drama ist nur Herzschmerz, weniger intersoziale Konflikte, die nur mager ausgearbeitet wurden, und bestimmt eines nicht machen: Fesseln. Eine gewisse Dynamik entwickelt sich dann und wann, was zeitweise einen gewissen Grad an DONT WANT TO MISS A SECOND erzeugt, danach aber wieder in altbekannte Gerne Klischee’s und ein tiefes schwarzes Loch absaust, während dessen man sich mit ganz anderen Fragen beschäftigt: Hab ich den Herd schon ausgemacht? Muss ich noch Wäsche waschen? Ist das Geschirr schon abgespült?
Normalerweise besagt eine Faustregel: Keine Kinder in Survival-Dramen. Aber bei Terra Nova läuft der Hase etwas anders. Teenager Spielereien und Liebeleien dominieren einen Großteil der Handlung, und ein süßes kleines Kind besorgt den Rest, mit Ihrem fasziniert sein von den ganz normalen Dingen der Natur. Manchmal wirkt das alles lächerlich und maslos übertrieben, aber dann erinnert man sich ja wieder: Terra Nova ist kein Survival Drama, obgleich es sich selbst so bezeichnet, sondern eine FSK12 Primetime Unterhaltungsshow, weswegen der Good Will, und Happy Ending Moments das ganze Skript markieren.
Kurz gesagt: Terra Nova’s fast zweistündiger Pilot ist unterhaltsame Kost, die mit dem interessanten Gedanken spielt, wie unsere Erde in einem oder vielleicht zwei Jahrhunderten ausschauen wird? Stehen wir dann besser dar, als heute? Haben wir aus unseren Fehlern gelernt, die Erde auszubeuten? Oder wird es so schwarz und unlebbar ausschauen, wie in dieser Vision der Zukunft?
Das einzig negative, mal abgesehen von dem einen oder anderen dummen Spruch, einigen missratenen CGI-Effekten, einer äusserst fragwürdigen Kampf-Choreographie gleich zu Beginn die schlechter nicht hätte geschnitten sein können und einigen anderen Kleinigkeiten, das ist die Spannung, die die meiste Zeit auf der Strecke bleibt: Nach dem Finale des Piloten, hätte es auch gut und gerne schon das (offene) Serien-Ende sein können. Alle waren glücklich, alle zufrieden, fast alle harmonisch miteinander, und die Festung hielt den Dinos bislang noch stand. Aber hey? Ihr da. Ihr Produzenten, Denker, Lecker und Macher? Wollt Ihr nicht, daß wir auch nächste Woche wieder einschalten? Macht’s uns doch nicht so einfach, Eure Serie nicht mehr sehen zu müssen!
Tags: Alien, Editor Picks, Meinungen, Science Fiction, Kritik, Terra Nova
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