Die Borgias (ProSieben) – Folge 1 bis 3 – Kurz Kritik

Gepostet von Seba Canel am

Pope Innocent: “You will fight like dogs over this corpse I leave, for this throne of Saint Peter’s, but it was pure on.”

Originaltitel: The Borgias
Genre: Historical fiction
Season: 1 – Folgen 1 bis 3
Created by: Neil Jordan
Cast: Jeremy Irons, François Arnaud, Holliday Grainger, Joanne Whalley, Lotte Verbeek, David Oakes, Sean Harris, Simon McBurney, Steven Berkoff, Aidan Alexander, Colm Feore

US TV-Premiere: , SHOWTIME
Deutschland TV-Premiere: , Pro7

(Seba)

Kurzinhalt: Wir schreiben das Jahr 1492. Es ist ein schicksalhaftes Jahr für die Alte Welt. Während die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus kurz bevor steht, stirbt in Rom Papst Innozenz VIII. Sofort beginnt unter den einflussreichen Patrizierfamilien Italiens ein gnadenloses Hauen und Stechen um die Nachfolge des Pontifex. Neben den Medici, Sforzas und Orsinis sind es die aus Spanien eingewanderten Borgias, die letztlich erfolgreich um die Vorherrschaft im Vatikan kämpfen. Mit Hilfe seines Sohns Cesare (Francois Arnaud) schafft es Rodrigo Borgia (Jeremy Irons), durch massive Bestechungsgelder die Wahl zum Papst zu gewinnen. Nun ist er Alexander VI. Doch er hat kaum Zeit, sich über diesen Sieg zu freuen. Im mächtigen Kardinalskollegium formiert sich der Widerstand gegen Alexander unter Kardinal Orsini. Die Opposition hat einen Trumpf im Ärmel: Ein Dienstmädchen soll die Unzucht des Kirchenoberhauptes mit seiner schönen Mätresse Giulia bezeugen. Die Borgias müssen drastische Maßnahmen ergreifen … (Pro7)

Hier der Trailer:


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The Borgias erzählt, wie schon die ZDF Serie Borgia die Geschichte der vielleicht ruchlosesten, machthunrigsten päpstlichen Familie der Welt, zumindest wenn man der einen oder anderen Überlieferung glauben schenken darf. Allerdings muss das auch alles nicht so stimmen, und die Borgias könnten einfach nur eine ehrenwerte Familie gewesen sein, die durch Ihre Widersacher im Kardinals Kollegium in Verruf geraten sind. Das tut aber in diesem Falle jetzt nichts zur Sache, dafür gibt es Wikipedia oder Dokumentationen. Ebensowenig wie ein Vergleich zwischen der deutsch-europäischen Produktion mit der SHOWTIME Serie, hinter der sich die Produzenten der Die Tudors befinden. Die beiden knöpfe ich mir später nochmal vor, und seziere die Stück für Stück, aber erst nachdem ich The Borgias komplett gesehen habe. Alles andere wäre an dieser Stelle unsinnig.

Ein paar Worte wollte ich zur Deutschland Premiere von Die Borgias bei Pro7 dann allerdings doch noch unbedingt mal loswerden. Fangen wir am besten vorne an: Wir Zuschauer werden direkt mitten in den Vatikan geworfen, die uns prächtig präsentiert wird und deren Geheimnisse, Querelen und Feindseligkeiten sogleich verschlingen. Wir haben die Borgias, Ihre Widersacher, Fürsprecher, käufliche Fürsprecher. Machtspielchen. Betrug. Blasphemisches Gequatsche. Beichten. Leichen. Mordanschläge. Attentäter. Die ganze kirchliche Palette einmal rauf und runter. Die Grundzutaten.

Das Setting ist spitze, pompös, präsent, genau wie die Kostüme, wo sich selbst Karl Lagerfeld noch die eine oder andere Scheibe von abschneiden kann. Selbst von den schlichten Kardinalsroben. Aber das ist eigentlich alles nicht so wichtig. Genau wie vieles, daß Neil Jordan in die Serie eingeflochten hat. Viel ist (definitiv!) hinzufiktioniert, und hollywoodtisiert. Das war allerdings auch nicht anders zu erwarten, schließlich soll die Serie in erster Linie unterhalten.

Es werden Dinge von den Hauptfiguren erzählt, die sie höchstens ihren Tagebüchern anvertrauen würden. Was an sich nicht so dramatisch wäre, wenn Sie nicht einen Großteil der Handlung einnehmen würden, und zeitgleich viele spannende Dinge nur per wisch und weg thematisieren würden. Ein Beispiel ist da die Wahl zum Papst, die mehr oder minder Ratz Fatz von dannen gegangen ist: Ein paar Fürstentümer verschachert, ein Deal mit Sforca eingefädelt, hier und da mal ein Papierfetzen geküsst und in die Urne geworfen, dann noch kurz überprüft ob Rodrigo Boriga auch Eier hat (und keine zweite ist) und schwuppsdiwupps hatte der Spanier die Krone auf. Das ist alles auch schön und gut, nur eben, naja, Hollywood eben. Was nicht unbedingt heissen soll, daß das ganze Murks ist.

Darüber hinaus fokussiert sich The Borgias nach einem altbekannten simplen Strickmuster (zumindest jetzt in den ersten drei Episoden): Die Borgias sind die guten, und alle die mit Ihnen verkehren. Da ist alles Friede, Freude Eierkuchen. Und alle anderen Figuren, daß sind die Bösen, und die die nicht die bösen sind, die werden nicht so wirklich abgehandelt. Für uns aussenstehende Betrachter heißt das, das wir mit den Spaniern mitfiebern sollen. Ein easydeasy Hollywood Patent Rezept, daß das ganze allerdings nicht so sonderlich spannend macht.

Um das ganze an dieser Stelle ein wenig abzukürzen: Die Kulisse ist toll, das Setting, die Kostüme, und die ganze Story um die Borgias an sich sehr spannend, weil diese ganz, ganz viel Freiraum lässt, um das ganze zu interpretieren. Waren Sie wirklich so ruchlos? So verbrecherisch? Feierten ausschweifende Orgien? Trieben es mit Freund, Feind und der eigenen Familie? Waren Sie wirklich die Giftmischer, wie man es ihnen nachsagte? Oder profitierten Sie von der Dummheit Ihrer Feinde? Ich bin gespannt, wie das ganze weitergeht, wie sich die Charaktere entwickeln, und ob dramturgische Elemente mehr zur Geltung kommen. Insbesondere in Bezug auf die innergeflochtenen Familienbeziehungen zwischen den vier Kids des Rodrigo Borgia, seiner Geliebten, der Mutter seiner Kinder, und dem Rest der ganzen päpstlichen Privat-Bagage. Da gibt’s noch viel zu erzählen, und ich hoffe, das wird es dann auch, alles andere wäre eine Enttäuschung.


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